Off

 

 

Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/13/aom

*** OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER

INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS – WWW.OTS.AT ***

OTS0140 2018-12-11/12:33

111233 Dez 18

Link zur Aussendung:

https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20181211_OTS0140

OTS0213 5 II 0376 DS90001 Mi, 12.Dez 2018

Atomkraftwerk Krško: Grenzübergreifende UVP gefordert

Seiser, Darmann, Malle, Köfer: Landtag fordert grenzübergreifende Umweltverträglichkeitsprüfung zum AKW Krško. Petition an Bundesregierung einstimmig verabschiedet.

Klagenfurt (OTS) – In der heutigen Landtagssitzung hat der Kärntner Landtag einstimmig eine Petition betreffend das Atomkraftwerk Krško eingebracht.

„Das slowenische Atomkraftwerk Krško nahe der österreichischen Grenze ist eine latente Bedrohung für Kärnten. Ursprünglich haben die Betreiberstaaten Slowenien und Kroatien eine Laufzeit bis 2023 vorgesehen, allerdings haben sich die slowenische und die kroatische Regierung mittlerweile auf eine massive Laufzeitverlängerung um 20 Jahre geeinigt – das Atomkraftwerk wäre im Jahr 2042 dann 60 Jahre alt und immer noch am Netz“, macht SPÖ-Klubobmann Herwig Seiser die Rahmenbedingungen klar.

„Das Sicherheitsrisiko ist enorm. Wir wissen, dass das AKW Krško laut Seismologen von allen europäischen AKWs das höchste Erdbebenrisiko aufweist und wie nun öffentlich wurde, können wichtige Anlagenteile beim Reaktor gar nicht auf den neuesten Stand gebracht werden. Alle politischen Verantwortungsträger auf Landes- und Bundesebene sind daher aufgefordert, tätig zu werden“, betont FPÖ-Klubobmann Gernot Darmann.

„Diese Entwicklung ist mehr als beunruhigend. In der Vergangenheit hat es bereits mehrfach gröbere Zwischenfälle gegeben, zuletzt 2017, als eine Notabschaltung aufgrund einer Störung der Wasserzufuhr erfolgen musste. Deshalb ist das Kraftwerk ein nur schwer kalkulierbares Risiko“, ergänzt ÖVP-Clubobmann Markus Malle. Die Lage in einem Gebiet, in dem gehäuft Erdbeben auftreten, erhöhe dieses Risiko weiter.

„Die Risiken, die von Kernkraft ausgehen, sind enorm. Es sollte die sofortige Schließung des AKWs angestrebt werden“, unterstreicht Team Kärnten-Chef Gerhard Köfer die klare Position des Team Kärnten. Köfer sichert zudem sämtlichen Initiativen, die auf allen Ebenen gegen den Ausbau ankämpfen, seine vollste Unterstützung und Solidarität zu.

Der Kärntner Landtag fordert gemeinschaftlich eine alsbaldige Stilllegung des Kraftwerkes. In der eingebrachten Petition wird die Bundesregierung aufgefordert, sich gegen den Fortbestand des AKW einzusetzen und eine grenzübergreifende Umweltverträglichkeitsprüfung einzufordern, um so für Österreich das Recht einer Stellungnahme im Verfahren um die unbegrenzte Laufzeitverlängerung zu erwirken.

„Es kann nicht sein, dass Österreich kein Mitspracherecht hat, wenn es um derart gravierende Entscheidungen in Nachbarländern geht, denn Umweltkatastrophen kennen keine Staatsgrenzen. Das Recht der Kärntnerinnen und Kärntner auf eine sichere Zukunft und eine unbelastete Umwelt muss unbedingt gewahrt werden“, schließen die Obleute.~

Rückfragehinweis:

SPÖ Landtagsklub Kärnten, Klagenfurt

Freiheitlicher Landtagsklub, Klagenfurt

ÖVP Club im Kärntner Landtag, Klagenfurt

Team Kärnten-Liste Köfer IG, Klagenfurt

Atomkraftwerk Krško: Grenzübergreifende UVP von Kärnten gefordert

OTS0140 5 AI 0367 NKL0001 II Di, 11.Dez 2018

Kärnten/Kaiser/Schaar/Slowenien/Atomenergie

AKW Krško: Kärnten fordert grenzüberschreitende UVP

Utl.: LH Kaiser, LR.in Schaar: Schutz der Bevölkerung hat höchste

Priorität – Bund muss alles unternehmen, damit Problem-Reaktor stillgelegt wird – UVP bietet zumindest Einflussmöglichkeit =

Klagenfurt (OTS/LPD) – Das Land Kärnten bleibt bei seiner Forderung nach einer Stilllegung des immer wieder für Probleme und Sicherheitsrisiken sorgenden Atomkraftwerkes Krško in Slowenien, nahe der Österreichischen Staatsgrenze. Ein heutiger Medienbericht, wonach die Laufzeit des AKW ohne grenzüberschreitende Umweltvertr.glichkeitsprüfung (UVP) sogar ohne Zeitlimit verlängert werden könnte und zudem ein Trockenlager für Atommüll am Gelände geplant sei, lassen bei Kärntens Landeshauptmann Peter Kaiser und Umweltlandesrätin Sara Schaar die Alarmglocken neuerlich schrillen. Der Landeshauptmann fordert die Österreichische Bundesregierung auf, ihre Verantwortung gegenüber der Kärntner und der gesamtösterreichischen Bevölkerung wahrzunehmen und unverzüglich in Kontakt mit den politischen Vertretern der beiden Eigentümerstaaten Slowenien und Kroatien zu treten, um eine grenzüberschreitende UVP durchzusetzen. „Bundeskanzler Kurz, Außenministerin Kneissl und Umweltministerin Köstinger müssen rasch handeln. Zum Schutz der Kärntner bzw. der österreichischen Bevölkerung müssen sie alle Hebel in Bewegung setzen, um das AKW besser heute als morgen stillzulegen“, macht Kaiser deutlich. Nachdem der jetzige Verteidigungsminister Kunasek bereits 2015 den damaligen Außenminister Kurz diesbezüglich öffentlich in die Pflicht nahm und sie beide nunmehr die Regierungskoalition bilden, erwartet sich der Kärntner Landeshauptmann volle Unterstützung: „Jetzt kann Bundeskanzler Kurz gemeinsam mit seinen Regierungskolleginnen nachholen, was er als Außenminister über Jahre verweigert hat: Vollen Einsatz für eine atomfreie, europäisch-nachbarschaftliche Zukunft.“

Volles Engagement erwartet sich auch Kärntens Umweltlandesrätin Sara Schaar von Umweltministerin Elisabeth Köstinger: „Immer wieder betont die Ministerin, wie sehr sie gegen Atomkraft ist. Der Worte sind nun genug gefallen, jetzt muss sie Farbe bekennen und endlich

Taten folgen lassen. Die Laufzeitverlängerung für Krško darf nicht einfach tatenlos hingenommen werden. Schon viel zu oft hat die Welt leidvoll erfahren, was passiert, wenn sich die nicht restlos zu

kontrollierende Atomkraft selbstständig macht“, verweist Schaar auf Beispiele wie Tschernobyl oder Fukushima. Ihrer rechtlichen Ansicht nach bestünde im Falle Krško eine ESPOO-Pflicht, die unweigerlich zu einer grenzüberschreitenden Umweltvertr.glichkeitsprüfung führenmüsste. „Die Bundesregierung muss das einfordern, sich dann gemeinsam mit Kärnten an einer solchen UVP beteiligen und alle möglichen Rechtsmittel gegen eine Laufzeitverlängerung ergreifen“, stellen Kaiser und Schaar klar.

(Schluss)

~Rückfragehinweis:

Amt der Kärntner Landesregierung, Landespressedienst

050 536-10201

www.ktn.gv.at

~

Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/13/aom

*** OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER

INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS – WWW.OTS.AT ***

OTS0140 2018-12-11/12:33

111233 Dez 18

Link zur Aussendung:

https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20181211_OTS0140

Rückfragehinweis:

SPÖ Landtagsklub Kärnten, Klagenfurt

Freiheitlicher Landtagsklub, Klagenfurt

ÖVP Club im Kärntner Landtag, Klagenfurt

Team Kärnten-Liste Köfer IG, Klagenfurt

~

Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/192/aom

*** OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER

INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS – WWW.OTS.AT ***

OTS0213 2018-12-12/15:29

121529 Dez 18

Link zur Aussendung:

https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20181212_OTS0213

 

 


  1. Update zu AKW Krško Ende 2018

    Während der letzten Stilllegung und Inspektion des Reaktors wurden sieben abgebrochene Uranbrennstäbe auf dem Boden des Reaktors gefunden, was eine evidente Materialermüdung des Reaktors bezeugt. Man will mit jährlichen Inspektionen und Stilllegungen (statt jedes zweite Jahr) einem Unfall grösseren Ausmasses zuvorkommen, aber die Materialermüdung kann mit jeder Betriebszeitverlängerung nur problematischer und ein Unfall wahrscheinlicher werden. Während der Betriebszeit des Reaktors ist eine direkte Kontrolle des Geschehens im Inneren unmöglich und so auch eine Frühstilllegung nicht machbar. Damit erhöht sich die Gefahr eines kapitalen Unfalls beträchtlich und damit ist das Projekt der Betriebsdauerverlängerung des AKW Krško noch mehr unverantwortlich.

  2. Als das AKW vor 40 Jahren entworfen und gebaut wurde, ging man davon aus, dass das AKW ein Betriebszeit von 40 Jahren haben wird. Demgemäss ist auch das Lager für abgebrannte Uranbrennstäbe für die Zeit bis 2023 gebaut worden. Für Verlängerung der Betriebszeit gibt es keinen Raum für weitere Uranbrennstäbe bzw. für hochradioaktiven Atomabfall. Dieses Problem will das AKW mit dem Bau einer trockenen Ablagerungsstätte lösen, wo die abgekühlten und verbrauchten Brennstäbe gelagert werden können, damit Platz für zusätzliche Brennstäbe für weitere 20 Jahre entsteht. Die Frist für den Bau ist bis zu Jahr 2023.
  3. Um den Bau des trockenen Zwischenlagers bis 2023 zu sichern, hat die Atomaufsichtsbehörde (Uprava za jedrsko varnost) eine Umweltvertäglichkeitsprüfung für diesen Bau ausgeschlossen mit dem Argument, dass es sich um einen Weiterbau der bestehenden Anlagen handelt und um keinen Neubau. Gegen diesen Beschluss wurde von den NGOs geklagt und ein Gericht hat den Klägern Recht gegeben, was die Bauabsichten vor ein Zeitproblem stellt. Es ist zu erwarten, dass jede Entscheidung der höheren Gerichte angefochten wird bis zu den höchsten Instanzen. Das kann zeitaufwendig werden.
  4. Es wird der Bau eines zweiten Reaktors in Krško beabsichtigt, obwohl das französische Institut IRSN (O. Scotti, 2013) festgestellt hat, dass der Standort für ein AKW wegen der Erdbebengefahr gänzlich ungeignet ist. Also auch als Standort des Reaktors Nr. 1.
  5. Die lokale und nationale Bevölkerung und NGOs wurden in keiner Weise in diesen Entscheidungsprozess einbezogen. Trotz der 20 Millionen Euro, die für die Propaganda für Atomkraft seitens des AKW und der Gesellschaft der Atomexperten (und des Instituts Jožef Štefan) aufgewendet wurden, war die Mehrheit der Bevölkerung in Slowenien gegen die Atomkraft. Deswegen wurde die Bevölkerung in diesen Entscheidungsprozess auch nicht einbezogen. Das ist ein Verstoß gegen mehrere EU-Richtlinien und gegen das slowenische Grundgesetz, das das Recht auf eine gesunde Umwelt sichert. Die Gemeinde Krško befindet sich in einer Abhängigkeit von der Finanzierung durch den Fonds für Dekommission und Ablagerung des AKW Krško. Der Bau eines Endlagers für hochradioaktiven Uranabfall ist für die Zeit nach dem Auslafen der Betriebszeit des AKW Krško II ab dem Jahr 2070 vorgesehen. Bis dahin ist Zwischenlagerung des Uranbrennmaterials in den provisorischen Lagerstätten organisiert, die anfällig für Unfälle und Teroristenangriffe sind.
  6. Es ist nötig, dass sich Österreich klar und entschlossen gegen diese Pläne ausspricht. Das kann man bis jetzt von den Landesregierungen von Steiermark und Kärnten nicht behaupten. Sie lassen sich von den Betreibern des AKWs, der slowenischen Atomaufsichtsbehörde, der slowenischen Regierung und den eigenen Landes-strahlensicherheitsexperten von der perfekten Sicherheit des AKW Krško überzeugen, obwohl das von mehreren internationalen Experten bezweifelt und mit Argumenen widerlegt wird..
  7. Es gibt in der Öffentlichkeit den Eindruck, dass die slowenische Antiatombewegung schwach ist, ohne jede finanzielle Unterstützung,

auch nicht in der Form der staatlichen Unterstützung von NGOs, die nach Richtlinien der EU gilt. Die Gegenseite gibt aber zur selben Zeit Millionen Euros für Propaganda für die erwähnten Projekte aus: Für die Verlängerung der Betriebszeit vom AKW 1 um 20 Jahre, für den Bau einer trockenen Ablagerungsstätte für genutzte Brennstäbe, für den Bau der niedrig- und mittelradioaktiven nuklearen Abfälle, für weitere Projekte zur Verbesserung der Sicherheitsstandards des AKW und Bau eine zweiten Reaktors in Krško.

Der grösste Erfolg der Antiatombewegung Sloweniens ist die Verhinderung, dass in anderen Orten ausserhalb Krško Atomindustrieobjekte nicht gebaut worden sind, obwohl es in etlichen schon diesbezügliche Pläne gab. Durch die Unterstützung für die lokale Bevölkerung war es möglich, dass es alle ausgewählten Orte ausserhalb Krško abgelehnt und verhindert haben, um nicht ein Standort für die Atomindustrie zu werden.

  1. Die schweigende Unterstützung der politischen Landesregierungen in Kärnten, Steiermark und Wien, die ihre Augen hinsichtlich der Atomausbaupläne in Slowenien zudrücken, soll aufgegeben werden und nach dem Beispiel vom Land Oberösterreich eine Diskussion darüber gemeinsam in Österreich und Slowenien ermöglichen, um diese Pläne zu verhindern. Es ist Zeit, aus der lähmenden Lethargie um Atomausbaupläne zu erwachen und die falschen Atomexperten in Slowenien und in Österreich Lügen zu strafen – so wie es in Oberösterreich und Tschechien funktioniert. Es ist vielsagend, dass es in Slowenien kein Buch über die Geschichte der Atomindustrie gibt, auch keine organisierte Forschung und keine kritische journalistische Berichterstattung. All dies wäre dringend nötig.

Doz. Dr. Leo Šešerko

E-Mail: leo.seserko@gmail.com

Ljubljana, 9.11.2018


13.4.2016

Symposium der »Posavje nukleare Partnerschaft« und des Vereins der »Umweltbewegungen Sloweniens«

zur Erinnerung an 30 Jahre Tschernobyl und 5 Jahre Fukushima am 12.April 2016 in Krško.

 

  1. Bericht (Sanja Rokvić, srokvi@gmail.com)

Weiterlesen...

Das Ziel war die Einbeziehung der lokalen Bevölkerung von Krško und Region Krško in die aktuelle Diskussion um die nukleare Zukunft Sloweniens.

Das Symposium war aus zwei Teilen zusammengesetzt.

Das Thema des ersten Teils war der Einfluss der erwähnten Unglücksfälle auf die Gesundheit der Menschen. Dr. Alfred Körblein hat per skype Gesundheitsfolgen des Tschernobylunglücks in Mittel- und Südosteuropa vorgestellt. Er hat das Problem der perinatalen Sterblichkeit in Kroatien in den Jahren 1986 und 1988 betont, die seiner Ansicht nach durch Einfuhr des kontaminierten Fleisches verursacht wurde.

Frau Yoko Kawasaki sprach per skype von den Folgen des AKW Unglücks in Fukushima und über die umfangreiche Aktion der Sammlung von Kinderzähnen in Japan, um die darin befindlichen Radionukleide wie Strontium 90 nachzuweisen, das der kindliche Organismus in der perinatalen Zeit und bis zum Alter von zehn Jahren als Kalzium aufnimmt und in die Knochen und Zähne einbaut, das als Quelle einer ständigen Bestrahlung des Körpers wirkt. Das Strontium 90 existiert in der Natur nur als menschliches Produkt aus der nuklearen Industrie. Sammlung der Kinderzähne ist ein nicht invasiver Einblick in den Organismus um festzustellen, wie weit das Kind der nuklearen Bestrahlung ausgesetzt war.

Dr. Leo Šešerko präsentierte das Projekt des Archivs und des Sammelns der Kinderzähne in Posavje (Region Krško). Im ersten Schritt werden Kinderzähne gesammelt und ein Kinderzähnearchiv gegründet. Wegen der höheren Kosten der Analysen der Zähne werden diese im zweiten Schritt durchgeführt, wenn Donatorenfinanzmittel gefunden werden.

Der zweite Teil des Symposiums war die Präsentation der Posavje nuklearen Partnerschaft. Der Verein befindet sich in der Prozedur der Registrierung. Der Verein wurde mit der Absicht gegründet, die lokale Bevölkerung in die nuklearen Ereignisse einzubeziehen, um Verbindung zwischen den verschiedenen Partnern aufzubauen und sie beim Monitoring über Ereignisse im AKW Krško miteinander zu verknüpfen. Der Vertreter des Führungsausschusses der Partnerschaft wies darauf hin, dass die EU-Aarhus- und Espookonvention berücksichtigt werden müssen. Hinsichtlich des Ausbaus eines trockenen Zwischenlagers für abgenutzte Brennstäbe stellte er den Übelstand in der prozeduralen Ausführung fest, da keine Bewertung der Auswirkung der Strahlung auf die Umwelt durchgeführt wurde und es auch keine öffentliche Abhandlung über dieses Thema gegeben hat. Ein trockenes Zwischenlager für abgenutzte Brennstäbe ist in der slowenischen Gesetzgebung als nuklearer Bau definiert, jeder Nuklearbau gehört in die Kompetenz des Staates, deswegen soll er in den staatlichen Raumplan einbezogen werden.

Der Vorsitzende der Vereinigung der ökologischen Bewegungen Karel Lipič hat die Auffassungen der ZEG (Zveza ekoloških gibanj Slovenije) in Bezug auf aktuelle Atomfragen in Posavje Region vorgestellt. In Bezug auf den beabsichtigten Bau des zweiten Reaktors des AKW Krško und der beabsichtigten Verlängerung der Betriebszeit des 1981 in Betrieb genommenen ersten Reaktors um weitere 20 Jahre, hat er auf undurchsichtige Strategien hingewiesen und auf Ausschaltung der Öffentlichkeit und der Einwohner der Region. In Bezug auf den zweiten Reaktor sprach er über die unzulässige Finanzierung (10 Mio Euro) der Promovierung des Baus. Er sprach auch über die Unzulässigkeit des beabsichtigten Baus des zivilen (und militärischen) Flughafens in Cerklje, da sich die beiden Orte in unmittelbarer Nähe voneinander befinden. Nirgendwo in der Welt befindet sich ein Flughafen in umittelbarer Nähe eines AKWs, wie es in Krško beabsichtigt ist.

Jan Haverkamp von Greenpeace Europe hat per skype die Aarhus- und Espookonvention vorgestellt, zusammen mit den EU-Direktiven von Euratom. Er hat durch die einzelnen Artikel anschaulich gezeigt, wie und wo die Akteure des Baus des trockenen Zwischenlagers für abgenutzte atomare Brennstäbe unangemessen agiert haben. Auf keinen Fall darf so ein trockenes Zwischenlager für abgenutzte atomare Brennstäbe ohne eine Einschätzung der Öffentlichkeit und ohne die grenzüberschreitenden Meinungen errichtet werden.

Der Vorsitzende der grünen Partei ORAH aus Kroatien hat in seinem Auftritt auf den Umstand hingewiesen, dass die Region Krško die zweit erdbebenaktivste in Slowenien ist und dass das Wasser vom Fluss Save durch das AKW zu sehr aufgewärmt wird. Er hat auch hingewiesen, dass seine politische Partei beabsichtigt, Kontrolle über diese Angelegenheiten durchzuführen, da die Nähe der Stadt Zagreb und der angrenzenden Ansiedlungen nicht ignoriert werden sollten.

Weniger zeigen

  1.  Zusammenfassung des Berichts (P. Stegmüller)

Weiterlesen...

Symposium der »Posavje nukleare Partnerschaft« und des Vereins der »Umweltbewegungen Sloweniens«

zur Erinnerung an 30 Jahre Tschernobyl und 5 Jahre Fukushima am 12.April 2016 in Krško.

 

Zusammenfassung

 

Im 1. Teil des Symposiums wurden die gesundheitlichen Folgen der beiden Katastrophen von Tschernobyl und Fukushima behandelt:

  • Dr. Alfred Körblein: sieht einen ursächlichen Zusammenhang zwischen der hohen perinatalen Sterblichkeit in Kroatien von 1986 und 1988 und der Einfuhr von kontaminiertem Fleisch.
  • Frau Yoko Kawasaki sprach über die Folgen des AKW Unglücks in Fukushima. Es wird an der Sammlung von Kinderzähnen gearbeitet, denn  Strontium 90 wird wie Kalzium vom kindlichen Organismus aufgenommen und ist in Zähnen nachweisbar, wo es als radioaktive Strahlungsquelle wirkt.
  • Dr. Leo Šešerko berichtet über das Projekt, die gesammelten Kinderzähne in Posavje (Region Krško) zu archivieren. Die Analyse der Zähne kann wegen der hohen Kosten erst in einem zweiten Schritt nach dem Auffinden von Donatorenfinanzmittel durchgeführt werden.

 

Im 2. Teil des Symposiums ging es um Kritik an der derzeitigen atomkraftfreundlichen Politik Sloweniens.

 

  • Der Verein »Posavje nukleare Partnerschaft« befindet sich in der Gründungsphase. Sein Ziel ist die Information und Einbindung der lokalen Öffentlichkeit und die Einhaltung der Aarhus- und Espoo-Konvention. Die Kritk richtet sich vor allem auf die Errichtung eines trockenen Zwischenlagers für abgebrannte Brennstäbe ohne Umweltverträglichkeitsprüfung und unter staatlicher Kontrolle.
  • Karel Lipič von ZEG (Zveza ekoloških gibanj Slovenije) kritisiert mehrere Punkte:

-Die Ausschaltung der Öffentlichkeit bei nuklearen Vorhaben

-Der beabsichtigte Bau des zweiten Reaktors des AKW Krško mit unzulässiger Finanzierung für Propagandazwecke von 10 Mio Euro jährlich.

-Errichtung eines zivilen wie militärischen Flughafens in Cerklje, in unzulässiger unmittelbarer Nähe des AKW Krško.

-Die beabsichtigte Verlängerung der Betriebsdauer des 1981 in Betrieb genommenen ersten Reaktors um weitere 20 Jahre.

  • Jan Haverkamp fordert für die Errichtung eines trockenen Zwischenlagers für abgenutzte atomare Brennstäbe die Einschätzung der Öffentlichkeit und der grenzüberschreitenden Meinungen.
  • Der Vorsitzende der grünen Partei ORAH aus Kroatien stellt fest,

– dass die Region Krško die zweit erdbebenaktivste in Slowenien ist,

– dass das Wasser vom Fluss Save durch das AKW zu sehr aufgewärmt wird.

– Die politische grüne Partei ORAH beabsichtigt, Kontrolle über diese Angelegenheiten durchzuführen, da die Nähe der Stadt Zagreb und der angrenzenden Ansiedlungen nicht ignoriert werden sollten.

 

(Zusammenfassung von Paula Stegmüller)

Weniger zeigen

 


AKW Krsko: Neue Erdbebenlinien aufgedeckt      ORF Kärnten, 8.4.2016
Eine internationale Expertengruppe hat am Donnerstag in Klagenfurt über die Risiken des slowenischen Atomkraftwerks Krsko diskutiert. Es stellte sich heraus, dass es neue Erdbebenlinien gibt, über die Österreich bisher nicht informiert wurde. Zudem soll ein zweites AKW entstehen.

Weiterlesen...

Um zu einer neuen Risikoeinschätzung für das AKW zu gelangen, tauschten Experten aus Frankreich, Italien, Slowenien, Österreich, Kroatien und den USA bei der Fachtagung ihr Wissen aus. Zwar wurden die Medien vor Beginn der Tagung hinausgebeten, in der Expertendiskussion trat dann aber zutage, dass der AKW-Betreiber Experten aus den USA mit Untersuchungen für den Standort beauftragt hat.
Dabei wurden einige bisher unbekannte seismische Störungen entdeckt, die Erdbeben produzieren könnten, hieß es von Tagungsteilnehmer Kurt Decker von der Universität Wien. Diese Störungslinien liegen in einem Umkreis von nur etwa 25 Kilometern rund um das AKW.
Neue Bruchlinien werden untersucht

Die vom AKW-Betreiber beauftragten Experten versuchen nun, die Brüche zu kartieren, um damit herauszufinden, wie oft diese Störungen Erdbeben hervorrufen könnten, so Decker. Es sollen geologische und paläoseismologische Untersuchungen durchgeführt werden. Am Ende soll feststehen, wie groß die Gefährdung ist und wie robust Atomkraftwerke gebaut werden müssten – und ob das Risiko für das AKW zukünftig höher eingeschätzt werden muss. Ziel der bisherigen Untersuchungen war es laut Decker nicht nur, das bestehende AKW sicherer zu machen, sondern einen geeigneten Bauplatz für das geplante zweite Kernkraftwerk zu finden.
Wichtig sei nun, dass die Untersuchungen der beauftragten Geologen alle möglichen Gefahrenquellen abdeckten und ausnahmslos alle Bruchlinien untersucht würden. Es sei aber als Erfolg zu werten, dass die Informationen bei der Fachtagung von den Slowenen weitergegeben worden seien. Eine Stellungnahme der österreichischen Politik gab es vorerst nicht.
„Slowenien und Kroatien überzeugen“

Die Risiken eines Reaktorunfalls durch Erdbeben werden von Österreich und Slowenien bzw. Kroatien vollkommen unterschiedlich eingeschätzt, so Landesrat Rolf Holub (Grüne) vor der Tagung am Donnerstag. Holub zufolge ist das Potenzial des AKW gleich wie Fukushima und Tschernobyl zu sehen, „da muss man vorsichtig sein“. Man wolle Slowenien und Kroatien überzeugen, dass es neue Technologien gibt, mit denen saubere Energie erzeugt werden kann. Das sei jedoch ein langer Prozess, so Dr.Holub. ORF
Höchstes Erdbebenrisiko aller AKWs Europas

Laut österreichischer Experten hat das AKW schon jetzt von allen Atomkraftwerken Europas das höchste Erdbebenrisiko. Das AKW liegt im Nahbereich der seismischen Bruchlinie zwischen der adriatischen und pannonisch-alpinen Platte – eine Gegend mit einer Menge aktiver geologischer Störungen, die aus Sicht der österreichischen Geologen noch nicht vollständig untersucht wurden.
Das letzte Erdbeben in der Nähe des Atomkraftwerks gab es im November. Es hatte eine Stärke von 4,8 auf der zehnteiligen Richterskala, Schäden am Kernkraftwerk wurden keine gemeldet. Die Laufzeit des Kernkraftwerks wurde erst jüngst um 20 Jahre bis 2043 verlängert. Laut europäischem Stresstest ist das AKW dafür ausgelegt, Erdbeben der höchsten Stufe zu überstehen, wie sie alle zehntausend Jahre einmal vorkommen.
 

Weniger zeigen


27.11.2015, Karel Lipič

Gefährliche Politiker in der Verwaltung der slowenischen AKWe?

Die Antwort des AKW Krško und des Direktors der Verwaltung für Reaktorsicherheit Dr. Andrej Stritar auf das Schreiben der kroatischen Zeitung Jutranji Liste über Favorisierung slowenischer Unternehmen bei der Ausführung der Revisionen im AKW hat das Ziel völlig verfehlt.

Weiterlesen...

Natürlich ist es sehr problematisch, dass die bei den Wahlen in Kroatien unterlegene Partei Dragan Marcinko als neues Vorstandsmitglied des AKW ohne Kenntnisse der Nukleartechnik eintauschen will. Die Wahrheit ist, dass in Slowenien und Kroatien immer schon so rekrutiert wurde. Solche Praktiken abzuschaffen sei lange überfällig, schreibt Karel Lipič von der Vereinigung für Ökologische Bewegungen Sloweniens (ZEG).
Wer sind die „Politiker“ in Führungspositionen auf dem Gebiet von Kernkraft in Slowenien? Stritar, Direktor des Reaktorsicherheitsamtes, ist bereits in den achtziger Jahren auf einer großen internationalen Konferenz zu Kernenergie in Ljubljana den überraschten Gegnern der Kernenergie in Europa und Slowenien aufgefallen, wo er erklärte, dass Atommüll so sicher sei, dass er bereit wäre, ihn unter sein Bett zu stellen. Diese Aussage hat ihm nicht nur nicht geschadet, im Gegenteil, er wurde deshalb von den Politikern zum Direktor des Reaktorsicherheitsamtes ernannt. Sie wussten schon, dass von so einem Mann kompromisslose Unterstützung der Interessen der Atomlobby zu erwarten war, trotz all der Sorgen der Bürger, die in der Mehrheit nach Tschernobyl und Fukushima der Atomenergie gegenüber skeptisch sind.
Die derzeitige Regierung, die vor den letzten Wahlen ethisches und moralisches Handeln versprochen hat, hat nach den Wahlen den bereits unter der vorherigen Regierung ernannten „Reaktor-Ingenieur“ Danijel Levičar, einen früheren AKW Angestellten, als Direktor des Direktorats für Energie in der Regierung belassen. Dessen Aufgabe nun sei „die Anpassung der nationalen Gesetzgebung“ auf dem Gebiet der Energie. Die Anpassung woran? An die Interessen der Atomlobby!
Karel Lipič erinnert, dass für den Posten des Direktors der Agentur für radioaktive Abfälle Dr. Tomaž Žagar ernannt wurde, der zuvor in dem Unternehmen GEN, Inhaber der Hälfte des Kernkraftwerks, beschäftigt war. Diejenigen, die sich wundern, warum der slowenische Staat eine Politik der Strangulation der Wind- und Sonnenenergie verfolgt, können hier eine Antwort finden.
Die Frage: Wenn Angestellte des AKW gleichzeitig Schlüsselpositionen in dem Reaktor des AKW und in der Regierung einnehmen, als ob sie die geeignetsten Politiker und Techniker gleichzeitig wären, bleibt zu fragen, was mit den anderen Politikern los ist – wieso verstehen sie nicht, wohin diese Energiepolitik führt? Dr. Danijel Levičar ist nun zusätzlich zu allen anderen Funktionen in der Energiewirtschaft auch für die Eintreibung von Strafzahlungen von jenen Bürgern zuständig, die sich noch keinen Energieausweis besorgt haben, und das sind mehr als 99 %.

Das Kernkraftwerk Krško wurde in den 1970er Jahren im damaligen Jugoslawien erbaut und gehört jetzt jeweils zur Hälfte Kroatien und Slowenien. Offiziell wird das AKW von dem Unternehmen GEN energija d. o. o. in Krško betrieben. Wikipedia

Weniger zeigen


September 2015, Leo Šešerko

Das slowenische Ministerium für Infrastruktur setzt auf Kernkraft

Das Ministerium für Infrastruktur hat im Entwurf des Energiekonzeptes Sloweniens im Kapitel über die Kernenergie vorgeschlagen, dass die „Kernenergie eine wichtige Rolle in der kohlenstoffarmen Stromerzeugung spielt und deswegen das Ministerium ihre langfristige Nutzung vorschlägt“, auch nach dem Ende der Lebensdauer der bestehenden Anlagen. Das bedeutet eine Verlängerung des Betriebs des AKW Krško von 2023 bis 2043.

Weiterlesen...

Diese Schlussfolgerung, dass die Kernenergie eine wichtige Rolle in der kohlenstoffarmen Stromerzeugung spielt, ist falsch und unprofessionell. Bergbau und Produktion des Kernbrennstoffs Uran bedeuten eine kohlenstoffintensive Herstellung von Brennstoff: zuerst durch Extrahieren von Erz in Uranminen, beispielsweise in der unterirdischen Uran-Mine in Žirovski vrh, oder im großen Tagbau in Kanada oder Australien; dann die Erzaufbereitung, das Zerkleinern von Erz in riesigen Brechern und die weitere Bearbeitung in Hunderttausenden von Zentrifugen mit den chemisch gelösten Mineralien. Darüber hinaus gibt es intensiven Verbrauch von Elektrizität in Kernkraftwerken selbst, zum Beispiel bei Wasserkühlung und anderen Operationen. Und schließlich muss man die Kühlung und den Stromverbrauch für den verbrauchten Brennstoff berücksichtigen.

Bei der Analyse vom Lebenszyklus der Kernkraft kamen Jan Willem van Leeuwen und Philip Smith zu dem Schluss, dass Stromproduktion aus Kernkraft 90 bis 140 g CO2 pro kWh Strom emittiert. Für das Erz, das reich an Uran ist, gelten niedrigere Kohlenstoff-Emissionen und für das Uranerz, das wenig Uran beinhaltet, gelten höhere Kohlenstoffemissionen. Weltreserven von Uranerz sind eine sehr begrenzte Ressource und werden in 50 bis 70 Jahren erschöpft sein – vom heutigen Bedarf ausgehend. Wenn neue Reaktoren gebaut werden, wird sich die Zeit der Belieferung mit Uran entsprechend verkürzen. Die Tatsache, dass das Ministerium für Infrastruktur langfristige Nutzung der Kernenergie auch nach Abschluss der Verlängerungsperiode nach 2043 vorschlägt, bedeutet den Bau eines zweiten Reaktors in Krško. Dies ist ein unverantwortliches Spiel mit den künftigen Finanzen und Budget Sloweniens und mit der Gesundheit der Menschen und der Natur.
Der Preis des neuen Reaktors in Olkiluotu in Finnland, wo Rechtsstreitigkeiten zwischen der Baufirma AREVA und der finnischen Behörde für nukleare Sicherheit anhängig sind, ist auf 9 Milliarden € gestiegen. Zu diesem Preis müssen mindestens 2,5 Milliarden Euro für den Bau eines Tiefenlagers für abgebrannte Kernbrennstoffe hinzugefügt werden. Eine solche finanzielle Belastung, die letztendlich auf das Staatsbudget zurückfällt, ist für Slowenien völlig inakzeptabel. Ein kWh Strom aus dem neuen Kernkraftwerk würde 2,5 mal teurer sein als eine kWh aus dem neulich gebauten Kohlekraftwerk Šoštanj 6 und seinen korrupt sprudelnden Baukosten. Der aktuelle ’niedrige‘ Preis von Strom aus dem AKW 1 ist auf versteckte Subventionierung der Kernenergie mit Hilfe des EURATOM-Vertrages zurückzuführen. Die tatsächlichen Rechnungen werden von künftigen Generationen bezahlt werden.

Die Verlängerung der Lebensdauer des KKW 1 ist wegen der Materialermüdung des Kernreaktors, in dessen Innerem 7 Brennstäbe bereits gebrochen aufgefunden wurden, völlig unverantwortlich. Weitere Brüche der Brennstäbe und des Sicherheitsbehälters des Reaktors, die mit fortschreitendem Alter des Reaktors immer wahrscheinlicher werden, können Probleme bei der Kühlung des Reaktors verursachen und dadurch zu einer Kernschmelze führen, wie es in Tschernobyl und Fukushima passiert ist.

Weniger zeigen