Off

 



Aktuelle Informationen aus der Tschechischen Republik – vom 1.6.2017

Monika Wittingerová

 

Weiterlesen...

 

Endlagersuche

Anfang April forderte die Plattform gegen das Atommüll-Endlager den Premierminister Bohuslav Sobotka auf, die jetzt laufende, planlose Endlagersuche einzustellen. Sie ist davon überzeugt, dass man zuerst notwendige Regelungen und gesetzliche Garantien vereinbaren und verankern muss.

Infolge der SURAO – Fehler gibt es jetzt keine Möglichkeiten mehr für geologische Untersuchungen in den ausgewählten Lokalitäten, und es wurden bei weitem nicht alle Untersuchungen gemacht. SURAO will im Jahre 2018 trotzdem aufgrund der Teildaten die Lokalitäten für weitere und tiefere geologische Arbeiten auswählen. Dadurch sind aber geologische und damit zusammenhängende Sicherheitskriterien der Endlagersuche in Frage gestellt. Die Vorgehensweise des Staates löst nicht nur Misstrauen in die Transparenz des Prozesses aus, sondern es besteht auch die Unsicherheit, ob der ausgewählte Ort wirklich die beste zugängliche Sicherheit für Hunderttausende von Jahren garantieren wird. Das seit vielen Jahren versprochene Gesetz, das die Einschaltung der Gemeinden in die Auswahl des Endlagers ermöglichen soll, konnte das Industrieministerium bei den Regierungspartnern nicht durchsetzen, und seine Bearbeitung wurde auf einen Termin lange nach den Wahlen verlegt.

Rohstoffpolitik

Im Mai legte das Industrieministerium den angepassten Entwurf der Rohstoffpolitik der Regierung vor. Der ursprüngliche Entwurf der Rohstoffpolitik rechnete mit dem künftigen Uranabbau in der Lagerstätte Brzkov – Horni Veznice. Mit Rücksicht auf die eingereichten Einwendungen im UVP – Prozess kam es zwar zu Teilanpassungen des Entwurfs, leider sind aber diese Veränderungen nicht ausreichend. Der vorgelegte Entwurf rechnet nämlich mit der Möglichkeit der Durchführung der Untersuchungen der Uranlagerstätten, und das nicht nur in der Lokalität Brzkov – Horni Veznice, sondern auf dem ganzen Gebiet der Tschechischen Republik.

In diesem Entwurf ist sogar die Möglichkeit zugelassen, aufgrund der durchgeführten Untersuchungen eine Erweiterung des Schutzlagergebiets zu machen, und das soll gemäß der gültigen Rechtsregelungen ohne Beteiligung der lokalen Selbstverwaltungen und betroffenen Eigentümer der Immobilien verlaufen. Die Menschen vor Ort machen darauf aufmerksam, dass ein solcher Entwurf für die Nutzung der Uranlagerstätten auf dem Gebiet der Tschechischen Republik den Abbaufirmen ermöglicht, Schritte zu machen, die zum künftigen Uranabbau mit dem Ausschluss der lokalen Selbstverwaltungen und betroffenen Eigentümer der Immobilien führen. Der Zugang zu den Bodenschätzen der Tschechischen Republik wird außerdem der Willkür der Abbaufirmen überlassen, da durch die Umsetzung der Untersuchungen die Abbaufirma ein vorrangiges Recht für den Abbau der Lagerstätte bekommt.

Neuer Industrieminister und neuer Finanzminister

An die Spitze des Industrieministeriums wurde Jiri Havlicek ernannt, an die Spitze des Finanzministeriums Ivan Pilny. Er verspricht, dass er „mit dem Atomkraftwerk etwas bewegen wird“. Für die nächste Regierung versprach er, Unterlagen für die Entscheidung über den neuen Block vorzubereiten. Der ist ihm zufolge notwendig, da im Jahre 2035 die Lebensdauer von Dukovany auslaufen wird.

Neue Atomblöcke in Dukovany

Die Vorbereitungen des Baues des fünften Blocks in Dukovany wird eine spezielle Kommission beaufsichtigen, die durch den Kreis Vysocina gegründet wurde. Im Team sind alle politischen Parteien vertreten, sowie zugehörige Institutionen und fachliche Gruppierungen, eingeladen wurden auch Vertreter des südmährischen Kreises. Die Aufgabe der Kommission wird in den nächsten Jahren die Vorgehensweise der Vorbereitung und Genehmigung des Baues neuer AKW – Blöcke sein. Der Kreis Vysocina unterstützt den Dukovany – Ausbau langfristig, und diese Initiative ist einer der nächsten Schritte, mit denen sich die Leitung des Kreises Vysocina den Prozessen anschließt, die nicht nur zur Erweiterung, sondern auch zur Verlängerung der Lebensdauer der jetzigen AKW-Blöcke in Dukovany führen sollen.

Beendigung des Uranabbaus

Im Uranbergwerk Rozna wurde im April der Uranabbau in der Tschechischen Republik beendet. In Rozna wurde Uran 60 Jahre lang abgebaut. Der Abbau und die Bearbeitung des Uranerzes in Tschechien hinterließen große Schäden. Die Tschechische Republik wurde gezwungen, in ihre Sanierungen seit dem Jahr 1989 schon mehr als 40 Milliarden Kronen zu investieren und die weiteren 60 Milliarden wird sie noch ausgeben müssen. Nur für die Beseitigung der Folgen der chemischen Laugung in Straz pod Ralskem verpflichtete sich die Regierung, in den nächsten 30 Jahren insgesamt 31,3 Milliarden Kronen zu bezahlen.

Spaltung von CEZ

Derzeit liegen zwei Varianten auf dem Tisch: die Gründung einer Gesellschaft, die nur für den geplanten Bau neuer Atomblöcke in Dukovany und Temelin zuständig wäre. Diese Investition ist wegen der Unsicherheit in der Energiewirtschaft risikoreich, und wenn die Blöcke direkt von der Firma CEZ gebaut würden, könnten die kleinen Aktionäre möglicherweise nicht zustimmen. Die CEZ hat schon im vergangenen Jahr die Projektgesellschaften für den Bau neuer Blöcke in den beiden Lokalitäten in selbstständige Firmen ausgegliedert, wohin CEZ auch das Eigentum überführt hat.

Die zweite Möglichkeit ist die Abspaltung der Staatsfirma, die neben den künftigen Blöcken auch die Aktivitäten umschließen würde, die mit den heutigen Atomkraftwerken Temelin und Dukovany verbunden sind. Der Chef der Firma Daniel Benes sagt aber, dass das Projekt der Spaltung der Firma CEZ nicht auf dem Tisch liegt und dass es sich nur um Erwägungen handelt, wie gegenläufige Ziele der Aktionäre zu lösen.

Trotzdem entschied die CEZ – Leitung im Mai über die Entstehung einer neuen Atomdivision, deren Chef der heutige Direktor des Atomkraftwerkes Temelin Bohdan Zronek sein wird. Als Ziel seiner Arbeit bestimmte er unter anderem die Vereinfachung der Steuerung, die Beendigung der Veränderungen im Bereich der Sicherstellung der Instandhaltung und außerdem will er Synergien zwischen den vorhandenen und den eventuellen neuen Quellen der Firma CEZ suchen.

Auf dem Posten des Direktors des AKW Temelin wird Bohdan Zronek ab September Kan Kruml ersetzen.

Weniger zeigen


https://www.facebook.com/pg/cernobylfest/photos/?tab=album&album_id=1601888843464514

Diashow   Tschern.-



18.04.2017, Gabi Reitingerova gabi.reitinger@oizp.cz


Die Vereinigungen Calla und Südböhmische Mütter reichten zusammen mit den Organisationen OEKOBUERO, Global 2000 und Initiative zur Aarhus-Konvention am 30.10.2016 eine Beschwerde zum ESPOO – Aarhus-Implementationsausschuss (ACCC) in Genf ein.

Weiterlesen...

Die Beschwerde betrifft den Ausschluss der Öffentlichkeit, am Verfahren zur Betriebsverlängerung der Atomkraftwerke über die projektierte Lebensdauer (PLEX) hinaus teilzunehmen. Die Beschwerde stützt sich auf die Praxis in der Tschechischen Republik, dass – wie im Falle von PLEX beim AKW Dukovany – der UVP-Prozess nicht angewandt wird und das Verfahren gemäß des tschechischen Atomgesetzes abgewickelt wird, wo die Gesellschaft CEZ der einzige Teilnehmer am Verfahren ist. Die Beschwerde zeigt die Unvereinbarkeit dieser Vorgehensweise mit der Aarhus-Konvention. (in den Artikeln 3,6 und 9).

Die Beschwerde wurde am 9.12. aufgrund der Verhandlung des Ausschusses angenommen, bei der auch die tschechische Seite aufgetreten ist. Die Beschwerde wurde auch trotz der Argumentation der tschechischen Seite angenommen, dass der PLEX-Prozess kein Betreff der Aarhus-Konvention ist und dass die Ebene der Atomsicherheit hoch sei. Dieses Argument spielt für Aarhus keine Rolle und stimmt nicht – siehe Ergebnisse der Stress – Tests.

Dieses Jahr hat die Vereinigung Südböhmische Mütter Rechtsschritte eingeleitet, die die Betriebsverlängerung des zweiten Blocks in Dukovany betreffen.
Die Betriebsverlängerung wurde beim Block 1 auf unbestimmte Zeit mit gewissen Bedingungen erteilt, der zweite Block hat die verlängerte Betriebsverlängerung bis Juli dieses Jahres – es wird jetzt eine langfristige Betriebsverlängerung von SUJB wie beim Block 1 erwartet.

Weniger zeigen


Schwere Sicherheitsbedenken an Schweißnähten im AKW Temelin

 Internationale Konferenz fordert am EURATOM-Jahrestag Untersuchung in Temelin und Stopp neuer Atomkraftwerke.

 

Foto von links nach rechts Dieter Majer, Brigitte Artmann, Sylvia Kotting-Uhl.

 

München, 25. März 2017. Bedenken an allen Schweißnähten im Primärkreislauf von Temelin 1 äußerte Dieter Majer, ehemaliger technische Leiter der Atomaufsicht des Bundesumweltministeriums. Sein Fazit auf der Münchner Temelin Konferenz: „Ein großer Teil der erforderlichen Dokumentation kann nur herstellungsbegleitend belastbar erstellt werden. Wurde dies versäumt, so ist die erforderliche Qualität der betroffenen Schweißnähte nicht gewährleistet.“

Weiterlesen...

„Die behördliche Aufklärung verläuft bislang viel zu zäh und auch das immer nur auf Druck von außen. Das Bundesumweltministerium hat sich nach anfänglichem positivem Engagement leider in intransparente Untätigkeit zurückgezogen.“, ergänzt die grüne Bundestagsabgeordnete und Atomexpertin Sylvia Kotting-Uhl. „inzwischen sind wir auf einen neuen Widerspruch gestoßen, dem das BMUB trotz expliziter Bitte und konkreter Fragen aus diplomatischer Vorsicht nicht nachgeht. Die bestehenden Zweifel können nur durch gründliche Einsicht in die Dokumentation ausgeräumt werden.“ Sie forderte deshalb die tschechische Atomaufsicht auf, diese dem deutschen Bundesumweltministerium entsprechend der Vereinbarungen des deutsch-tschechischen Atomabkommens zur Verfügung zu stellen. Zusätzlich hat sie bei der tschechischen Atomaufsicht einen Informationszugangsantrag gestellt.

 

Dalibor Strasky, der Temelin-Beauftragte der oberösterreichischen Regierung sagte, dass der Betrug an den Schweißnähten im Sekundarkühlkreislauf inzwischen definitiv bestätigt wurde.

 

Da dieselben Unternehmen und Behörden auch die Schweißnähte im atomaren Bereich überwachen, will die Konferenzorganisatorin und Grünen-Kreisrätin Brigitte Artmann noch vor der Sommerpause eine Petition mit inzwischen mehr als 76.000 Unterzeichnern an die Bundesregierung überreichen, in der gefordert wird die nötige Aktenuntersuchung sofort in Prag zu beantragen.

 

Anlässlich des EURATOM-Jahrestages waren auf der Konferenz auch die energiewirtschaftlichen Verwerfungen durch neue AKW-Projekte Thema. „Die EU-Kommission hat mit Verweis auf den EURATOM-Vertrag milliardenschwere Subventionen für Hinkley Point C und ein höchst intransparentes Planungsverfahren im Fall von Paks II erlaubt“, sagt Christoph Rasch vom Ökoenergieanbieter Greenpeace Energy, der die Kommission wegen der Hinkley-Subventionen verklagt hat. Die Klage wird derzeit vor dem Europäischen Gerichtshof in Luxemburg verhandelt. „Die neuen AKWs sind nicht nur riskant und unwirtschaftlich, sondern sie verzerren aufgrund ihrer hohen Subventionierung nachweislich den Wettbewerb auf dem Strommarkt und schaden so der Energiewende in Deutschland und Europa“, so Rasch.

 

Tanja Gaudian von den Elektrizitätswerken Schönau sagte „Wir müssen uns klar machen, dass das Projekt Hinkley Point C im Kern militärisch motiviert ist. Ohne die zivile Atomkraft wären die Bauteile etwa für die britische U-Boot-Flotte so teuer, dass sich das Militär diese nicht mehr leisten könnte und dass es schwierig wäre, Fachkräfte zu finden. Daher sollten wir den Schulterschluss mit der Friedensbewegung suchen und den jungen Ingenieuren zeigen, dass die Zukunft den Erneuerbaren Energien gehört.“

 

Bereits für den Ostermontag riefen die Veranstalter der Demo „Trommeln gegen Temelin“ auf sich im Grenzort Waidhaus in der Oberpfalz aktiv lautstark zu betätigen. Für den 25.06.2017 warb man für Antiatom Aachen an einer 90 km langen Menschenkette am AKW Tihange teilzunehmen und Beznau-Alarm lockte mit einer Demo deren Datum noch folgt.

 

Brigitte ArtmannTel +0923162821Mobil +01785542868,

brigitte.artmann@gruene-fichtelgebirge.de

Weniger zeigen


Neuheiten aus der Tschechischen Republik zum 10.3.2017

Stromproduktion in den Atomkraftwerken Temelin und Dukovany im Jahre 2016

Atommüll-Endlager

Stromproduktion in den Atomkraftwerken Temelin und Dukovany im Jahre 2016

Bau neuer Atomblöcke

Verteilung der Firma CEZ

Rohstoffpolitik

Von: Monika Wittingerová [mailto:monika.wittingerova@centrum.cz]   Dienstag, 21. März 2017

Weiterlesen...

Stromproduktion in den Atomkraftwerken Temelin und Dukovany im Jahre 2016

Das Atomkraftwerk Temelin erzeugte im vergangenen Jahr 12,1 TWh Strom, was um fast 2 TWh weniger ist als im Jahre 2015.

Das Atomkraftwerk Dukovany lieferte im vergangenen Jahr ins Netz nur 11,95 TWh Strom. Im Vergleich mit dem Jahr 2015 sank seine Stromproduktion um 5%. Die Produktion des Atomkraftwerks Dukovany im vergangenen Jahr war sogar die niedrigste in den letzten 28 Jahren seit dem sozialistischen Jahr 1988. Der Grund waren die häufigen Blockabstellungen in Folge der Probleme mit der Fälschung der Fotografien der Schweißnähte.

Atommüll-Endlager

Die Plattform gegen das Atommüll-Endlager verstärkte sich um weitere Städte und Gemeinden. Sie vereint jetzt 33 Mitglieder und 22 betroffene Selbstverwaltungen und 11 Vereine mit dem Ziel der Durchsetzung solch einer Art und Weise der Lösung des Problems der Atomabfälle, die offen, durchsichtig sein wird und in der die Gemeinden und die Öffentlichkeit gesetzlich ausreichend garantierte Möglichkeiten haben werden, ihre berechtigten Interessen zu verteidigen.

Obwohl es einen Konsens gibt, wodurch ein neues Gesetz den Gemeinden eine klarere und stärkere Position sichern sollte und worauf das Atomgesetz verweist und seine konkreten Vorschläge schon seit fünf Jahren diskutiert werden, ist es nach der Regierungsentscheidung von Januar über die Verlegung der Vorbereitung des sachlichen Vorhabens auf Juni 2018 wieder unabsehbar. Praktisch bedeutet es, dass im Jahre 2018, wenn man den Regierungsplänen zufolge die Lokalitäten für die nächste Runde der geologischen Untersuchungen mit tiefen Bohrungen auswählen soll, die Gemeinden keine andere Möglichkeiten haben werden, die Auswahl zu beeinflussen, als jetzt.

Das Umweltministerium akzeptierte Anfang März die Argumente der betroffenen Gemeinden und der eingebundenen Vereine und entschied, dass die Ansuchen um die Verlängerung der Gültigkeit der Untersuchungsgebiete für die geologischen Arbeiten für das Endlager in allen sieben Lokalitäten gegenstandslos sind und stellte das laufende Verfahren ein. Am 31.Dezember lief nämlich die Gültigkeit der bestimmten Untersuchungsgebiete aus und somit gibt es nichts mehr, was man verlängern könnte. Die Staatsverwaltung der Lagerstätten für radioaktive Abfälle (SURAO) darf somit seit dem 1.Januar dieses Jahres keine früher bewilligten geologischen Untersuchungen durchführen. Aber auch die Bewilligungen, deren Gültigkeit mit Ende des Jahres 2016 abgelaufen sind, wurden im Widerspruch mit dem Gesetz herausgegeben und deswegen reichten gegen diese Entscheidung des Umweltministers Brabec 18 Gemeinden und 6 Vereine eine Klage ein. Bis heute wurden sie aber nicht entschieden. Das Ziel der Arbeiten war eine „vorläufige Abschätzung der Größe der homogenen Gestein-Blöcke, ein vorläufiger Beweis der Sicherheit des hypothetischen Endlagers und seiner technischen Durchführbarkeit“. Ohne diese Daten wird SURAO im Jahre 2018, wie sie geplant hat, nicht glaubwürdig der Lokalitäten für weitere Untersuchungen auswählen können.

Bau neuer Atomblöcke

Im Februar verliefen Konsultationen mit den Bewerbern, die sich für den Bau neuer Atomblöcke in der Tschechischen Republik interessieren. Dazu gehören die Firmen Atmea (französisch – japanischer Betrieb), CGN (China), EDF (Frankreich), KHNP (Korea), Rosatom (Russland) und Westinghouse (USA).

Alle sechs Bewerber deuteten an, dass sie sich solch ein großes Projekt schwer vorstellen können, ohne dass darin der Staat und die Regierung eine gewisse Rolle spielen. Diese Rolle des Staates kann verschiedene Formen haben. Die grundsätzliche Nachricht ist klar – ohne Beteiligung der Regierung halten alle das Projekt des Baues für schwer umsetzbar. Dem Regierungsbeauftragten für die Atomkraft Jan Stuller zufolge soll bis Ende Mai dieses Jahres der Entwurf bearbeitet werden, wie der Bau neuer Blöcke zu finanzieren sei. Bis Ende Oktober oder November soll die Analyse der Auswirkungen des eventuellen Baues neuer Atomquellen auf die Minoritätsaktionäre ausgearbeitet werden.

Die Tschechen überlegen jetzt nicht, dass sie sich von dem ungarischen Beispiel inspirieren lassen, wo sich Ungarn über den Bau neuer Atomreaktoren direkt mit der russischen Firma Rosatom einigte, und das ohne Auswahlverfahren. Der Bewerber um den Bau der Atomreaktoren in Tschechien wird den heutigen Plänen zufolge im klassischen Auswahlverfahren ausgewählt werden.

Verteilung der Firma CEZ

Die Gesellschaft CEZ wird wahrscheinlich eine ganz neue Form bekommen. Um welche konkreten Veränderungen es sich im Detail handeln wird, will der Direktor der Firma Daniel Benes noch nicht verraten. Er deutete nur an, dass es sich um eine Verteilung der Firma CEZ auf mehrere Firmen handeln könnte, wobei in einer davon der Staat 100% besitzen würde. Die könnte sich dann dem Bau neuer Atomblöcke widmen.

Rohstoffpolitik

Anfang Februar verlief in Prag im Industrieministerium die öffentliche Erörterung der aktualisierten Rohstoffpolitik. Gegen diese Rohstoffpolitik reichten vor der öffentlichen Erörterung einige ökologischen Organisationen und Bürgermeister einiger Gemeinden ihre Einwände ein. Die Einwände betrafen den Entwurf des Uranabbaus zum Beispiel in der Lokalität Brzkov – Veznice. Das ursprünglich zur öffentlichen Erörterung vorgelegte Material hat nämlich die Auswirkungen solcher Aktivitäten auf die Umwelt und auf den Menschen gar nicht bewertet. Das Dokument wurde also so angepasst, dass dort diese Aktivität nicht mehr angeführt ist. Im Dokument steht es aber, dass der Staat die Uranlagerstätten (also auch Brzkov und das nordböhmische Becken) für den künftigen Uranabbau nach Bergbaurecht schützen soll. Das ist sicher positiv. Leider wird es aber in der Zukunft die Bemühung sein, die Schutzlagergebiete für Uran dort zu schützen, wo sie jetzt nicht vorhanden sind und das gemäß des Bergbaugesetzes ohne Beteiligung der Gemeinden und ohne jegliche betroffene Eigentümer der Grundstücke und Immobilien. Nach der Genehmigung dieser Rohstoffpolitik wird das Hindernis für das Umweltministerium fallen, und so eine Bewilligung für die Bestimmung der Untersuchungsgebiete für Uran und folgend der Uranschutzlagergebiete ermöglicht.

Weniger zeigen

 


Neue Publikation „Die Kernfrage: Insider berichten über ihre Erfahrungen mit der Kernenergie“

11.3.2017                          Britische Blätter

Heute ist der 6.Jahrestag der Havarie in Fukushima, zu der es am 11.März 2011 kam. Jaroslav Bajer macht bei dieser Angelegenheit auf die Publikation: „Die Kernfrage: Insider berichten über ihre Erfahrungen mit der Kernenergie“ aufmerksam, die die Organisation WECF e.V., Women in Europe for a Common Future herausgegeben hat. Ihre tschechische Version ist hier zu finden:

http://www.wecf.eu/german/publikationen/kernfrage-tschechisch.php

Die Kernfrage  – Insider berichten über ihre Erfahrungen mit der Kernenergie

Das Buch behandelt die gesamte Prozesskette des Urans von der Mine über die Stromerzeugung bis zur Lagerung. In jedem Kapitel berichten Frauen und Männer über die  Berührung der Kernenergie mit ihrem Leben sowie deren weitreichende Auswirkungen auf Mensch und Umwelt. Auch die fachliche Seite wird jeweils kurz und prägnant dargestellt.

Weiterlesen...

Zum Abschluss wird die Alternative Erneuerbare Energien aufgezeigt, die ebenfalls von einem persönlichen Beispiel begleitet wird. Unsere Reise beginnt mit dem Uranabbau in Deutschland. Gertrud Warta aus Ostdeutschland berichtet von den Arbeitsumständen in der Mine Wismut, der ehemals größten Uranabbaustätte der Welt.

Der nächste Schritt ist die Urananreicherung. Eng damit verbunden ist die Erzeugung von Uranmunition aus den anfallenden Reststoffen. Die Umwelttechnikerin Souad Al-Azzawi erzählt über die weitreichenden Folgen der Verwendung von Uranmunition in den beiden Golfkriegen.

Im Kapitel Kernkraftwerksbetrieb weist der Filmemacher Alain de Halleux auf die Missstände bei der Wartung von Kernkraftwerken hin, die er im Rahmen seines Dokumentarfilms aufgedeckt hat. Auch gibt er Einblick in das Leben der Subunternehmer, die für deren Instandhaltung zuständig sind.

Da WECF vor allem in Osteuropa, Zentralasien und dem Kaukasus arbeitet, sind wir als Organisation sehr stark mit den Folgen der bisher schlimmsten atomaren Katastrophen und vor allem ihren Opfern konfrontiert. Von den Größten Anzunehmenden Unfällen in Majak und Tschernobyl sprechen als direkt Betroffene die Rechtsanwältin Nadezhda Kutepova und die Radiobiologin Natalia Manzurova.

Im Durchschnitt fanden zwischen 1945 und 1998 etwa alle 10 Tage Atombombentests statt. In unserem Kapitel über Atomwaffen schildert Lijon Eknilang ihre Lebensgeschichte als Bewohnerin der Marshallinseln. Dieses Inselatoll diente den USA als Übungsgelände für frühe oberirdische Atomtests. Ein genauer Blick auf die Wiederaufbereitung beleuchtet die Auswirkungen von Sellafield. Davon erzählt die Anwohnerin Janine Allis-Smith. Sie lebt mit ihrer Familie seit langer Zeit an der scheinbar malerischen Küste.

Jede Stufe der Uranverarbeitung und –nutzung hinterlässt große Mengen an radioaktiven Stoffen. Die Frage nach der Endlagerung ist nach wie vor ungelöst. Olga Podosenova spricht über das Geschäft mit dem Atommüll.Das alles ist unnötig. Schon heute existieren technische Möglichkeiten, die uns eine nachhaltige Stromproduktion ermöglichen. Wie das geht, zeigen wir im letzten Kapitel.Schon heute haben wir in Deutschland um die 20% Erneuerbare Energien, Tendenz deutlichsteigend. Bei einer guten Kombination in einem flexiblen Strommarkt können wir die Energiewende in den nächsten Jahren schaffen.

Die Elektrizitätswerke Schönau zeigen bereits seit über 10 Jahren, dass eine Stromproduktion ohne Atom machbar ist. Ursula Sladek, Mitbegründerin und Geschäftsführerin des Ökostromlieferanten berichtet über ihre Geschichte.Die Kernfrage – Insider berichten über ihre Erfahrungen mit der Kernenergie:

Hrsg. WECF – Women in Europe for a Common Future e.V.  Kartoniert, 40 Seiten, ISBN 978-3-9813170-0-8

Schutzgebühr 5.- Euro (Organisationen und ab 10 Exemplaren 3,50 Euro)

OIZP – Obcanska iniciativa pro ochranu zivotniho prostredi

Kubatova 6        370 04 Ceske Budejovice, CZ

 www.oizp.cz

Weniger zeigen


20161011_CZ_Temelin_Resolution_2016 01


Situation im Bereich der Atomkraft in der Tschechischen Republik – Zustand zum…..Dezember 2016

Monika Wittingerová [mailto:monika.wittingerova@centrum.cz] 20. Dec. 2016

Weiterlesen...

Atommüll-Endlagersuche

Die Plattform gegen das Atommüll-Endlager, die die Gemeinden und Vereine gegründet haben, die mit der Vorgehensweise des Staates bei der Suche der geeigneten Endlagerlokalität unzufrieden sind, hat bereits 28 Mitglieder. Die offizielle Arbeitsgruppe für den Dialog über das Atommüll-Endlager zerfällt. Zum letzten Mal haben sie die Vertreter der Assoziation der ökologischen Organisationen Grüner Kreis verlassen. Der Grund für ihren Ausstieg aus der Arbeitsgruppe war der Zugang der verantwortlichen Behörden, dank dem die Arbeit in der Gruppe den Sinn verloren hat. Der Grüne Kreis forderte ebenfalls den Industrieminister zur Einleitung des ehrlich gemeinten Dialogs zwischen dem Staat und den betroffenen Gemeinden auf. Auf die ursprüngliche Liste von sieben Lokalitäten wurden weitere zwei hinzugefügt – Lokalität beim Atomkraftwerk Temelin und Lokalität beim Atomkraftwerk Dukovany. Die Behörden versprechen sich da ein größeres Entgegenkommen der Menschen vor Ort.

Implementationsnovelle des UVP – Gesetzes

Es geht leider um eine Veränderung, die eine Einschränkung der Beteiligung der Öffentlichkeit bei der Genehmigung der Atomanlagen gemäß des Atomgesetzes darstellt. Aus der Liste der anschließenden Verfahren wurde das Atomgesetz ausgelassen. Das bedeutet in seiner Folge, dass es in den Verfahren, die nach dem UVP – Verfahren folgen und die gemäß des Atomgesetzes geführt werden, nicht mehr möglich sein wird, gegen den Bescheid zu berufen. Die Behörde wird außerdem bei der Genehmigung der Unterbringung der Atomanlage nicht mehr mit den herausgegebenen Bedingungen der UVP – Stellungnahme gebunden sein. Die Veränderung wurde durch das Staatsamt für Kernsicherheit durchgesetzt.

Der Bau neuer AKW-Blöcke

Der Gesellschaft CEZ zufolge wäre es einfacher, den neuen Atomblock in Tschechien mit Hilfe des zwischenstaatlichen Übereinkommens als mit Hilfe eines Auswahlverfahrens zu errichten. Eine ähnliche Vorgehensweise verwendete auch Ungarn, das sich Ende des Jahres 2014 ohne ein Auswahlverfahren entschieden hat, das Atomkraftwerk Paks zusammen mit der russischen Firma Rosatom auszubauen. Der Industrieminister Jan Mladek sagte, dass die Tschechische Republik auf eine ähnliche Vorgehensweise noch nicht vorbereitet ist. Er gab aber zu, dass theoretisch diese Vorgehensweise möglich wäre.

Weniger zeigen


dsc_2622-01-web dsc_2620-01-web

 „Auch du wirst für das neue Temelin zahlen!

Tschechien plant einen neuen Reaktor in Temelin – aber die Frage, wer das bezahlen wird, ist ungelöst – wahrscheinlich die Steuerzahler. Ebenso ungelöst ist die Frage der Entsorgung der gebrauchten Brennstäbe, der Endlagerung des radioaktiven Mülls.

Das Foto wurde aufgenommen bei der Ausstellung  „Accelerating science about CERN „in Budweis – vor einer großen Leinwand mit einer Darstellung des Reaktors, vor dem man sich fotografieren konnte.

 

Monika Wittingerová [mailto:monika.wittingerova@centrum.cz]  Dec.5th 2016


Situation im Bereich der Kernkraft – Zustand zum 18. Oktober 2016

Weiterlesen...

Suche der Lokalität für das Atommüll-Endlager

Gemeinden und Vereine, die durch die Vorbereitung des Atommüll-Endlagers betroffen sind, sind mit der Vorgehensweise des Staates unzufrieden, der mit denen aus der Position des Mächtigeren handelt. Sie haben deswegen die Plattform gegen das Atommülllager gegründet. Das Ziel der Plattform ist die Durchsetzung solch einer Art und Weise der Problemsuche, die offen und durchsichtig sein muss und in dem die Gemeinden und die Öffentlichkeit gesetzlich ausreichend garantierte Möglichkeiten haben werden, ihre berechtigten Interessen zu verteidigen. Aktuell hat die Plattform 25 Mitglieder und wird vor allem eine offene Debatte über das Problem des Umgangs mit dem abgebrannten Kernbrennstoff und über diverse Möglichkeiten der Lösung durchsetzen. Die Plattform will auch die laufenden Untersuchungsarbeiten stoppen. Die Untersuchungsgebiete in sieben Lokalitäten wurden nämlich im Widerspruch mit der Position der Gemeinden und ihrer Bürger bestimmt.

Vorbereitung des Baues neuer Atomblöcke

Im Juni entschied die Regierung, dass das Industrieministerium die Firmen mit dem Fragebogen ansprechen darf, die die technische Spezifikation und Preise der Atomreaktoren für den eventuellen Bau neuer Atomblöcke betreffen wird. Der Minister Mladek will folgende Firmen ansprechen: Areva NP/ Electricite de France, Rosatom State Atomic Energy Corporation, Westinghouse Electric Company, Mitsubishi Heavy Industries, Armea, Korea Elekctric Power Corporation, China General Nuclear Power Corporation, State Nuclear Power Technology Company, China National Nuclear Corporation.

Das Atomkraftwerk Dukovany

Die Vorbereitungen auf den Bau des neuen Atomblocks in Dukovany haben eine drei – bis vierjährige Verspätung, er soll im Jahre 2035 fertiggestellt werden, wenn die Lebensdauer der jetzigen Blöcke in Dukovany auslaufen wird. Die Regierung hat mittels des Industrieministeriums die Firmen angesprochen (siehe oben) und je nach Angaben von diesen Firmen sollte dann die Regierung die Finanzierung des neuen Atomblocks überlegen.

Der Nationale Aktionsplan des Ausbaus der Kernkraft rechnet mit dem Bau neuer Atomblöcke in Dukovany und in Temelin, die definitive Entscheidung über das konkrete Projekt wurde noch nicht getroffen. Die Priorität ist nach wie vor das Atomkraftwerk Dukovany.

Die Auswirkungen des möglichen Baues auf die Umwelt werden auf Ansuchen der Firma CEZ die Behörden untersuchen. Das Kraftwerk Dukovany hat vier Atomblöcke, die in den Jahren 1985 bis 1987 in Betrieb gingen. Die gesamte installierte Leistung ist 2.040 MW. CEZ will sie minimal bis zum Jahr 2035 im Betrieb halten. Bis dahin könnte ein neuer Block in Dukovany anfangen, Strom zu produzieren, für den die Baugenehmigung um das Jahr 2025 herausgegeben werden sollte. Damit man alles schafft, müsste es zu Anpassungen der Legislative kommen – einige Schritte könnte man parallel machen, bei anderen könnte man die Teilduplizität beseitigen. Die Entwürfe soll die Arbeitsgruppe beim Kernkraftausschuss vorbereiten.

Atomgesetz

Im Juli wurde das neue Atomgesetz genehmigt. Das enthält jedoch die eingeschränkte Beteiligung an den Verfahren über die Unterbringung der Atomanlagen nur für den Antragsteller und die eingeschränkte Haftung für die Atomschäden.

Monika Wittingerová

Weniger zeigen


Neuigkeiten aus der Tschechischen Republik – Zustand zum 15.6.2016

von Monika Wittingerová

Weiterlesen...

Vorbereitung des Baues neuer Atomblöcke

Die Energiegesellschaft CEZ wird Projekte der Vorbereitung und des Baues neuer Atomquellen in den beiden tschechischen Atomkraftwerken Dukovany und Temelin in selbstständige Tochtergesellschaften ausgliedern. Die Entscheidung über ihre Gründung genehmigte der Vorstand der halbstaatlichen Firma im Oktober des vorigen Jahres, das Vorhaben stimmte am Freitag die Generalversammlung der Firma CEZ ab.Es wird sich um voll integrierte Tochterfirmen handeln, die die Dienstleistungen der Abteilungen von der CEZ – Gruppe nutzen werden. Im Juni des vorigen Jahres genehmigte die Regierung den Nationalen Plan des Ausbaues der Kernkraft in der Tschechischen Republik. Sie rechnet mit dem Bau eines Atomblocks in Dukovany und eines Atomblocks in Temelin mit der Möglichkeit der Erweiterung auf zwei Blöcke in den beiden Atomkraftwerken. Es bleibt aber nach wie vor, das Geschäfts-Liefermodell des Baues zu lösen.
Die Tschechische Republik hat bereits einen Regierungsbeauftragten. Es wird der frühere Vorsitzende des Staatsinstitutes für die Kernsicherheit (SUJB) Jan Stuller sein.

Vorbereitung des Baues des Tieflagers für den abgebrannten Kernbrennstoff

Die Gemeinden Cejle, Hojkov, Milicov, Novy Rychnov, Rohozna und die Vereine 2.Alternative, Bezjaderna Vysocina und Cista Rohozna aus der Lokalität Hradek im Bezirk Jihlava haben ihre Vertreter aus der Gruppe für den Dialog über das Atommüll-Endlager zurückgezogen und an ihrer Arbeit nicht mehr teilzunehmen.
Sie folgen mit diesem Schritt die Vertreter der Gemeinden aus der Lokalität Brezovy potok im Pilsner Kreis, die auch den Vorsitzenden dieser Gruppierung abgerufen haben. Das nächste Funktionieren der Arbeitsgruppe bekommt somit einen Riss.Die Gründung der Arbeitsgruppe, in der die Vertreter der Gemeinden, Vereine aus sieben Lokalitäten, Vertreter der verantwortlichen Staatsbehörden und Fachleute wirken, wurde mit dem Vorhaben begründet, die Transparenz der Suche des Endlagers für den abgebrannten Kernbrennstoff zu unterstützen und die Regeln für die Endlagersuche besser einzustellen. Nichts davon ist passiert, die Gruppe wurde zum Mittel der Verwaltung der Lagerstätten für radioaktive Abfälle (SURAO), wie die Gemeinden davon zu überzeugen, dass sie den Untersuchungen und in der Zukunft auch dem Bau des Atommüll-Endlagers zustimmen. SURAO ignorierte die fachliche Meinung des Geologen, die Reaktionen aus den Gemeinden, die durch die Gebietsreferenden gebunden sind, und erfüllte nicht die für sie verbindlichen Entscheidung der Arbeitsgruppe als Einheit. Die Vertreter der Gemeinden und Vereine in der Arbeitsgruppe halfen damit nur mit, SURAO ein falsches Alibi der scheinbaren Kommunikation mit der Öffentlichkeit zu erstellen. Ihre Vorbehalte schickten die Gemeinde und Vereine im offenen Brief dem Industrieminister Jan Mladek.

Vorbereitung des Baues neuer Atomblöcke in Dukovany

Der Premierminister Bohuslav Sobotka verspricht den Bau des 5.Blocks in Dukovany. Bis jetzt hat aber die Tschechische Republik nicht einmal den Regierungsbeauftragten und es ist soweit unklar, wann der UVP – Prozess eingeleitet wird. Der Energieverband Trebic, der der Meinung ist, dass es ohne Bau neuer Atomblöcke zum sozio-ökonomischen Kollaps der ganzen Region kommen würde (obwohl es die Studie, die sich der Verein ausarbeiten ließ, nicht beweist), ließ schon jetzt den Grundstein aus dem dortigen Gneis mit der Überschrift ausarbeiten: „Dieser Grundstein wird durch die Region zum Bau der neuen Atomquelle gegeben. Er symbolisiert die gemeinsame Bemühung der Region um die Erhaltung des langfristigen Betriebs des Atomkraftwerkes Dukovany“. Der Premierminister hat aber diese atomare Begeisterung abgekühlt, als er erklärte, dass er empfiehlt, aus Grund des aktuellen Zustands der Vorbereitung der Aktualisierung des Staatsenergiekonzepts und des Nationalaktionsprogramm der Kernkraft die Überreichung des Grundsteines auf einen späteren Termin zu verlegen. Die atomare Begeisterung in der Region ist aber gar nicht so einstimmig. Beim Gebietsreferendum, das in der Gemeinde Slavetice stattgefunden hat, zeigte es sich, dass die Menschen vor Ort zum Bau neuer Atomblöcke kritische Einwände haben und dem Bau nur unter der Voraussetzungen zustimmen würden, dass ihnen der Staat die Verschlimmerung der Umwelt entsprechend kompensiert.

Das neue Atomgesetz

Die Abgeordneten haben am 27.Mai das neue Atomgesetz genehmigt. Es ist leider nicht gelungen, die Steigerung der Haftung für den Atomschaden durchzusetzen. Der Atomlobby ist es außerdem noch gelungen, ins Gesetz eine Reduzierung der Gebühren auf das Atomkonto durchzusetzen, und zwar vom vorgeschlagenen oberen Limit 80 Kronen pro MWh auf nur 55 Kronen pro MWh (im Vergleich mit den jetzigen 50 Kronen/MWh).

Weniger zeigen


Kerzenaktion Prag 25.4.16

Über das Filmfestival „Tschernobyl – Fukushima“

im Prager Kino Aero am Montag, den 25.April von 9:00 bis 17:00 Uhr.

Beim Festival wurden folgende Filme gezeigt: http://www.cernobylfest.cz/program.html

  • Tschernobyl Herz (Regisseur Mayann DeLeo),

  • Tschernobyl – ewiger Albtraum (Regisseur Alain de Halleux),

  • Herzlich willkommen in Fukushima (Regisseur Alain de Halleux) und

  • Ferien in Tschernobyl (Regisseur Petr Nesnidal).

Weiterlesen...

Zum Festival haben wir Gäste eingeladen, die in zwei Diskussionsblöcken aufgetreten sind: den Regisseur Alain de Halleux und Mitglieder der Musikkapelle Asfalt aus der Ukraine: Julie Aiubova und Vladyslava Rusakova. Auch haben wir Studenten von den Mittelschulen, die Öffentlichkeit und Journalisten eingeladen. Mehr als 250 Leute haben das Festival besucht.

Informationen über das Festival wurden im

  • Tschechischen Rundfunk gesendet (im Programm „Unter uns“), weiters im

  • Tschechischen Fernsehen (Gespräch mit dem Fotografen Vaclav Vasku).

  • Das Gespräch mit den Mitgliedern der Kapelle Asfalt wurde in der Zeitung Lidove noviny abgedruckt.

  • Für den Zweck des Festivals wurde eine neue Webseite www.cernobylfest.cz und ein Facebook-Profil (https://www.facebook.com/cernobylfest/?fref=ts) erstellt, die nach wie vor häufig besucht werden.

In den Abendstunden haben wir eine Gedenkaktion als eine Erinnerung an die Opfer der Tschernobyl – und Fukushima – Havarien gemacht. Die Aktion fand auf dem St.Wenzelsplatz in Prag bei der Statue des Heiligen Welzel statt – mit dem Entzünden vieler Kerzen in der Form eines radioaktiven Zeichens. An diesem Ereignis nahmen außer einigen Teilnehmern des Festivals auch Alain de Halleux und die Mitglieder der Kapelle Asfalt und der Fotograf Vaclav Vasku teil. Diese Aktion fand im Rahmen der Aktionswochen für die Zukunft nach Tschernobyl und Fukushima statt, die das IBB-Institut in Dortmund organisiert und die in vielen europäischen Städten stattfinden.

Weniger zeigen

FILMFESTIVAL-PRAG-Gruppenfoto2


Was gibt es Neues auf dem Feld der Atomkraft in der Tschechischen Republik?

Stand vom 29.Februar 2016 von Monika Wittingerová

Weiterlesen...

Suche der Lokalität für das Atommüll – Endlager

Geologische Untersuchungen, die die Eignung der ausgewählten Lokalitäten überprüfen sollen, wird die Verwaltung der Lagerstätten für radioaktive Abfälle (SURAO) durchführen. Sie sollten schon im Jahre 2015 starten, der Start hat sich aber verzögert. Sie werden alle sieben Lokalitäten betreffen (Certovka, Brezovy potok, Magdalena, Cihadlo, Hradek, Horka und Kravi hora) und werden zwei Jahre dauern. Dann werden die Untersuchungsarbeiten ausgewertet werden, inkl. der öffentlichen Meinung in den Lokalitäten, die mittels eines Fragebogens festgestellt wird. Danach werden vier Lokalitäten ausgewählt werden, später nur zwei, in denen es zu Tiefbohrungen kommen wird.

In den Gemeinden wird auch eine Debatte um die finanziellen Beiträge geführt, die jetzt SURAO den betroffenen Lokalitäten verschicken wird. Einige Gemeinden (zum Beispiel Jistebnice) entschieden sich, diesen Beitrag in das Budget einzureihen und ihn für notwendige Investitionen zu nutzen. Andere Gemeinden halten jedoch diesen Staatsbeitrag für eine Form der Bestechung und wollen ihn auf einem separaten Konto halten, aus dem dann Aktionen gegen die Untersuchungen, Rechtsdienste, Konsultationen mit den Juristen usw. finanziert wären.

Das alt-neue Atomgesetz

Am 4.Februar haben drei Ausschüsse der Abgeordnetenkammer den Entwurf des neuen Atomgesetzes verhandelt. Ihre Abgeordneten haben die Einwände der Vereinigung Calla bekommen, an die sich auch weitere ökologische Vereine angeschlossen haben und sie wurden somit zu Einwendungen der Assoziation der ökologischen Vereine Grüner Kreis (Green Circle Association of Environmental Organisations). Sie betreffen die Steigerung der Haftung der Betreiber der Atomanlagen für den Atomschaden und Verstärkung der Rechte der Öffentlichkeit an den Verfahren.

Den Abgeordneten des Ausschusses für die öffentliche Verwaltung und regionale Entwicklung zufolge ist es das Geld, das man verstärken muss, nicht die Rechte der Menschen.

Im Umweltausschuss wurden Änderungsvorschläge genehmigt, die das Beifügen des Paragraphen betroffen haben, die auf das neue Gesetz verweisen  (wird erst entstehen), das die Vorgehensweisen bei der Endlagersuche auf die Interessen der Gemeinden anpasst.

Der Umweltausschuss genehmigte den Beschluss, in dem ersucht wird, dass das Industrieministerium bis Ende des Jahres 2016 den Entwurf des Gesetzes über die Einschaltung der Gemeinden in die Auswahl der Endlager – Lokalitäten vorlegt. Der Vertreter des Industrieministeriums bestätigte, dass diese Behörde das fortsetzen  wird und bis Ende dieses Jahres den Gesetzentwurf in der Paragraf – Form vorbereiten wird. Damit eröffnet sich die Chance auf die Genehmigung des Gesetzes im Parlament.

Der Wirtschaftsausschuss bereitet sich auf die Genehmigung eines ähnlichen Beschlusses erst vor, hat aber keine Entwürfe zum Vorteil der Öffentlichkeit wahrgenommen.

Die Situation im AKW Temelin erinnert an die Situation im AKW Dukovany

Zur Fälschung der Fotos der Schweißnähte kam es auch im südböhmischen Atomkraftwerk Temelin. Die Kontrollen hat auch dort die Gesellschaft Tediko gemacht. Laut Dana Drabova, der Vorsitzenden des Staatsamtes für Kernsicherheit, wird es hier notwendig sein, die Fotos zu mehreren Tausend Schweißstellen neu zu machen, aber im Vergleich zu Dukovany kann man in Temelin eine Menge von neuen Fotos auch während des Betriebs schaffen weil dort keine gefälschten Fotos an den Schweißstellen gefunden wurden, die eine Blockabstellung benötigen würden. CEZ bereitete einen Plan vor, wie in der Zukunft ähnlichen Sachen vorzubeugen wäre – zum Beispiel mit der Beglaubigung der Qualifizierung der Angestellten oder Revisionen des Liefersystems oder mit der Nutzung von Tochtergesellschaften bei der Instandhaltung der Atomkraftwerke. Wegen Problemen mit den Fotos wurden bereits zwei Strafanzeigen eingereicht, eine reichte CEZ ein, die zweite SUJB. Mit der Sache beschäftigt sich auch die Ermittlungskommission der Firma CEZ. Trotz diesen alarmierenden Feststellungen will SUJB sein Kontrollsystem nicht verändern. Laut Dana Drabova gibt es da ein Problem des Liefer – Liefersystem und des Liefer-Subliefersystems, wo es ab und zu auch in vier Schichten geht. Die Qualität der Lieferfirma, die schon in der vierten Ebene des Liefersystems ist, kann man laut Drabova schon schwer beaufsichtigen. Dana Drabova deutete auch an, dass hinter dem Druck auf die Manipulation der Fotos die Betreiberfirma CEZ selber stehen kann.

Weniger zeigen


Was gibt es Neues im Bereich der Kernkraft in der Tschechischen Republik – Zustand zum 30.Januar 2016

Monika Wittingerová

Weiterlesen...

Neue Atomblöcke mit Fragezeichen.

Das Regierungsenergiekonzept setzt voraus, dass nach dem Bau von zwei neuen Blöcken der Atomkraftwerke der Anteil der Kernkraft an der Stromproduktion im Jahre 2040 bis auf 50% steigt. Es ist jedoch unklar, unter welchen Umständen die neuen Blöcke gebaut werden sollten. Davon soll der neue Regierungsausschuss für die Kernkraft entscheiden, der den Ausbau der Kernkraft in der Tschechischen Republik koordinieren wird. Seine Gründung ist der erste Schritt zum Start der Suche eines strategischen Partners für den Bau neuer Atomblöcke. Der Regierung soll der Ausschuss eine konkrete Auflistung der Anforderungen auf den strategischen Partner und die Möglichkeiten der Finanzierung des Baues bis Ende dieses Jahres vorlegen. Im Atomausschuss werden die Stellvertreter aller betroffenen Ministerien sein – des Industrie,- Finanz,- Umweltministeriums und des Ministeriums für regionale Entwicklung. Ein Mitglied soll auch Dana Drabova aus dem Staatsamt für Kernsicherheit sein. An der Spitze des Ausschusses soll der Industrieminister stehen. Die Regierung sucht ebenfalls einen neuen Beauftragten für die Kernkraft. Wer das sein wird, ist noch nicht klar.

Das alt – neue Atomgesetz

Die Tschechische Republik plant, das Atomgesetz zu novellieren. Leider hat die vorgeschlagene Novelle eine Reihe von Mängeln – sie behält zum Beispiel die eingeschränkte Haftung für den Atomschaden und das bei 8 Milliarden Kronen bei. Die vorgeschlagene Novelle behält auch die ungleiche Position der Gemeinden im Falle der Suche der Lokalitäten für den Bau des Atommüll – Endlagers bei.

Dank einer aktiven Hilfe der Vereinigung Calla gelang es durchzusetzen, dass diese Problematik nicht nur im Wirtschaftsausschuss der Abgeordnetenkammer (der in dieser Sache der Garant ist), sondern auch im Umweltausschuss verhandelt wird. Über die weitere Entwicklung werden wir Sie informieren.

Situation im Atomkraftwerk Dukovany

Im Atomkraftwerk Dukovany herrscht eine absurde Situation. Die ehemaligen Techniker der Gesellschaft Tediko, die für die Ausarbeitung der gefälschten Dokumentation der Schweißstellen des Atomkraftwerkes Dukovany verantwortlich war, machen nämlich erneut die Fotos der Schweißnähte. Die absurde Tatsache, dass CEZ die Nachbesserung den gleichen Menschen anvertraut hat, die an der nicht passenden Fotodokumentation teilnahmen, bedeutet angeblich, dass es nicht um ein Versagen des menschlichen Faktors ging.

Die Chefin des Staatsamtes für Kernsicherheit Dana Drabova bewertet die ganze Situation als Versagen des Systems. Unmittelbar nach der Feststellung der Fälschung der Fotos der Schweißstellen äußerte sich zwar Dana Drabova kritisch dazu, wie CEZ die Kontrollen der Schweißstellen in den tschechischen Atomkraftwerken macht – es sah also so aus, dass SUJB die Rolle eines strengen und objektiven Kontrollorgans eingenommen hat – aber trotz diesen alarmierenden Feststellungen über die Fälschung der Dokumentation und der Qualität der Schweißstellen äußerte sich Dana Drabova später dazu in dem Sinne, dass das Atomkraftwerk Dukovany sicher sei und dass die mangelhaften Schweißnähte, vertuscht mit gefälschten Kontrollen, mit der Atomsicherheit nichts zu tun hätten. Auch trotz diesen groben Verfehlungen (die Zweifel daran hervorrufen, wie die Atomsicherheit in Wirklichkeit gesichert ist) weigerte sich SUJB nicht, dem Betreiber des Atomkraftwerkes Dukovany eine Zustimmung zu geben, die ermöglichen wird, den ersten Block außerordentlich auch über den Rahmen der ursprünglichen Bewilligung zu betreiben (die Gültigkeit der Betriebsbewilligung für den ersten Block lief am 31.12.2015 aus und wurde durch SUJB bis Ende März 2016 verlängert). SUJB wird außerdem über die Herausgabe einer zeitlich unbegrenzten Betriebsbewilligung nachdenken, obwohl mit Bedingungen, die der AKW – Betreiber laufend erfüllen müssen wird.

Weniger zeigen


P1370562kl

Anti-Atom-Buttons-Fotos-Projekt

zur Diashow bitte klicken

Schulwettbewerb – Verteilung sachlicher Preise – BIU – Vortragstätigkeit

(P.Vlcek)

10.12.2015: BIU – Bürgeriniative Umweltschutz, Budweis, E-Mail: oizp@oizp.cz

Buttons für Anti – Atom – Aktionen in Tschechien

Im Rahmen des Projektes „Donauregion-atomkraftfrei“ hat die BIU insgesamt 1.000 Stück Anti – Atom – Buttons herstellen lassen, und zwar 2 Arten:

  1. Energierevolution? Ja, bitte!
  2. Atomenergie? Nein, danke!

Beide Arten dieser Buttons sind bei Aktionen gegen die Atomkraft überall in Tschechien gut nutzbar (sowohl gegen das Atomkraftwerk Temelin als auch gegen das Atomkraftwerk Dukovany).

Die BIU verwendet diese Anti – Atom – Buttons laufend bei ihrer Tätigkeit. Die Buttons werden interessierten und aktiven Menschen bei diversen Infoaktionen (bei Anti-Atom-Infoveranstaltungen, die die BIU vor allem in Südböhmen macht) und bei unseren Infoständen verteilt. Die Infostände macht die BIU in allen größeren Städten der südböhmischen Region. Im Frühling besuchen wir mit unserem Anti-Atom-Infostand auch die südmährische Region, in der sich das zweite tschechische Atomkraftwerk – Dukovany – befindet, wo derzeit die Problematik der Betriebsverlängerung aller vier Atomblöcke besteht und wo es aktuell Probleme mit fehlerhaften Kontrollen der Schweißnähte an Rohrleitungen gibt, weshalb drei Dukovany – Blöcke fast drei Monate lang still stehen.

Die BIU verwendet die Anti-Atom-Buttons auch bei der Vortragstätigkeit. Pavel Vlcek besucht Grund- und Mittelschulen in Südböhmen, Mittelböhmen, im Kreis Vysocina und in Westböhmen und in den Regionen, die der Staat für den eventuellen Bau eines Atommüll-Endlagers ausgesucht hat. Die Vorträge betreffen die Risiken der Atomenergienutzung und richten sich auf die saubere Nutzung der grünen Energiequellen. Nach den Vorträgen macht Pavel Vlcek einen Kenntnis-Wettbewerb für die Schüler als Überprüfung der beim Vortrag gewonnenen Kenntnisse. Die drei besten Schüler bekommen dann sachliche Preise, unter anderem diese Anti-Atom-Buttons, siehe Foto.

Die Buttons stellen auch eine gute Art und Weise dar, den Widerstand gegen die Atomkraft öffentlich zu zeigen. Aktive Menschen tragen die Anti-Atom-Buttons auf ihren Taschen oder Jacken und ihre Botschaft ist somit auch für andere Menschen gut sichtbar.


11.12.2015, Monika Wittingerová, Südböhmische Mütter Budweis

Aktualitäten aus der Tschechischen Republik:

Vorteile für die Kernkraft

Die tschechische Regierung will nach wie vor die Möglichkeit durchsetzen, den Investoren der Atomkraftwerke eine ähnliche öffentliche Förderung zu geben. Wenn CEZ für den Bau neuer Atomreaktoren eine ähnliche Förderung erhalten würde, die das Projekt in Großbritannien bekommt, also Garantie eines minimalen Preises für 35 Jahre lang, würden dann solche Kosten spürbare Auswirkungen auf die Stromverbraucher, eventuell auf das Staatsbudget bringen. Zum letzten Mal äußerte die Tschechische Regierung diese Bemühung mit ihrem Beitritt als Nebenteilnehmer in zwei Klagen, die Österreich und die Gesellschaft Greenpeace Energy eG gegen die Europäische Kommission (EK) führen, auf Seite der EK. Der Betreff der Klagen ist die Entscheidung der EK vom Oktober des vorigen Jahres, mit der die abtretenden EU-Kommissare Großbritannien und der Firma EdF ermöglicht haben, zwei Blöcke des Atomkraftwerkes Hinkley Point C mit Hilfe der garantierten Strompreise zu bauen. Die Klagenden halten diese EK-Entscheidung nicht für EU-Recht – konform, weil sie unbegründet in den freien Marktes eingreift.

Probleme mit den Sicherheitskontrollen im AKW Dukovany und im AKW Temelin

Im Atomkraftwerk Dukovany trat ein Problem mit den Sicherheitskontrollen auf. Bei den Rohrleitungen im nicht atomaren und im atomaren Teil wurden nicht ausreichende Röntgenfotos gefunden. Den Medieninformationen zufolge waren die „Fotos der Rohrleitungen verschmiert“, in manchen Fällen gab es statt den notwendigen drei unterschiedlichen Fotografien nur ein einziges Foto, das dreimal kopiert wurde und einige Schweißstellen, wo Undichtheiten drohen, wurden als fehlerfrei bezeichnet. Die Chefin des Staatsamtes für Kernsicherheit Dana Drabova sagte, dass eine absichtliche Vernachlässigung der Kontrollen nicht ausgeschlossen sei, damit sich die Zeit der Blockabstellungen verkürzt. Wegen den nicht ausreichenden Röntgenfotos der Schweißnähte kommt es im Kraftwerk zu weiteren Kontrollen, damit CEZ seine Sicherheit beweist. Abgestellt sind deswegen drei Blöcke, die Abschaltung wartet außerdem auch auf den letzten. Es kann so real passieren, dass bis Ende des Jahres kein einziger AKW-Block in Dukovany im Betrieb bleiben wird.
Die Unstimmigkeiten in den Kontrollen der Rohrleitungen untersuchen Experten auch im Atomkraftwerk Temelin. Auch dort wurden mehrere unklare Fotos gefunden. Die sind an den Rohrleitungen, die man neu fotografieren oder untersuchen kann, ohne Notwendigkeit der Blockabstellung, oder sind nicht so wichtig, dass eine Blockabstellung deswegen notwendig wäre. Wie die Situation gelöst wird, wird aber erst nach der Beendigung der Kontrolle klar sein.


 

Was passierte im Bereich der Atomenergiewirtschaft in Tschechien

Stand zum 25.10.2015     Monika Wittingerová

Das Atomkraftwerk Dukovany

Das Atomkraftwerk Temelin

Weiterlesen...

Das Atomkraftwerk Dukovany – bis heute kam es im Jahre 2015 zu drei ungeplanten Blockabstellungen. Eine gewisse Zeit standen sogar drei Blöcke zugleich still, was in der Geschichte dieses Atomkraftwerkes zum ersten mal passiert ist.

Im September 2015 ersuchte die Betreiberfirma CEZ um die Betriebsverlängerung (1.Block). In der Vergangenheit wurde es normalerweise um die Betriebsverlängerung um zehn Jahre ersucht. Die Entscheidung wird spätestens bis Ende des Jahres herausgegeben werden. Die SUJB – Vorsitzende Dana Drabova sagte, dass die Bewilligung nicht problemlos verlaufen wird, weil CEZ das Ersuchen zu spät eingereicht hat (Die Gültigkeit der Betriebsbewilligung für den ersten Block wird bereits Ende des Jahres 2015 ablaufen) und die Dokumentation Mängel ausweist.

Das Atomkraftwerk Temelin – Die Tschechische Republik geriet im Oktober in eine Situation, in der sie den Strom ins Land importieren musste, und das auch „dank“ dem Atomkraftwerk Temelin, das zwar die größte Stromproduktionsquelle in der Tschechischen Republik ist, dieses Jahr jedoch nur 8,8 Millionen MWh erzeugt hat. Angesichts zu den verlängerten und ungeplanten Betriebspausen wird Temelin dieses Jahr die bis jetzt höchste Stromproduktion aus dem Jahr 2012 nicht überwinden, die damals 15,3 Milliarden Kilowattstunden erreichte.

Rechtsschritte:

Das Stadtgericht in Prag muss die Klage der NGOs wegen der potenziellen Erweiterung des Atomkraftwerkes Temelin lösen. Das Oberste Stadtgericht kam der Kassationsklage der Südböhmischen Mütter, der Bürgerinitiative Umweltschutz und der Vereinigung Calla entgegen. Die Klage richtete sich gegen die Entscheidung, mit der das Staatsamt für Kernsicherheit die Unterbringung der neuen Reaktoren bewilligt hat. Das Stadtgericht lehnte ursprünglich die Klage ab und erkannte den ökologischen Vereinen die Position des Teilnehmers am Verfahren nicht zu. Ihre Argumente gegen die Vorgehensweise des Staatsamtes für Kernsicherheit und des Umweltministeriums hat er überhaupt nicht gelöst. Deswegen reichten die NGOs eine Kassationsklage ein. Das Stadtgericht wird jetzt die Klage erneut verhandeln und sich mit der Klage sachlich auseinandersetzen müssen.

Vier Gemeinden (Hojkov, Cejle, Milicov und Novy Rychnov) aus der Lokalität Hradek entschieden sich zusammen mit dem Verein 2.Alternative aus Dolni Cerekev, sich weiterhin dagegen zu wehren, dass in den Katastergebieten ihrer Gemeinden eine Untersuchung wegen des Atommüll-Endlagers gemacht werden sollte. Die wurde Mitte September durch den Umweltminister bewilligt, und das gefällt den Gemeinden nicht. Die Einreichung der Klage bedeutet zwar jetzt nicht, dass sich die geplanten Untersuchungsarbeiten in der Lokalität verzögern werden, sie ist jedoch ein klares Signal, dass die Gemeinden ihren Widerstand ernst meinen.

Weitere Aktualitäten:

Wegen des Baues von zwei neuen Atomblöcken wird CEZ zwei Tochtergesellschaften gründen. Im Oktober entschied davon der Vorstand dieser halbstaatlichen Firma. Die Variante des Baues unter der Führung einer neuen Tochtergesellschaft unterstützten schon früher der Premierminister Bohuslav Sobotka und der Industrieminister Jan Mladek (beide Sozialdemokraten).

Ende Juni dieses Jahres schlug der Industrieminister Jan Mladek eine Verlegung der Entscheidung über die Gebiets-ökologische Kohleabbau – Limits in der Grube CSA vor. Davon, ob die Limits in dieser Grube tatsächlich gebrochen werden oder nicht, soll man erst im Jahre 2020 entscheiden. Der Minister ist jedoch gleichzeitig davon überzeugt, dass es möglich sein wird, die Limits in dieser Grube zu erhalten, wenn es zur problemlosen Vorbereitung neuer Atomreaktoren kommt, und das inkl. der Reaktoren in Dukovany. In diesem Sinne äußerte er sich Ende September für die medien: Der Staat wird die Kohle unter Horni Jiretin nicht brauchen, wenn das Atomkraftwerk Dukovany bis Ende der Lebensdauer funktionieren wird und danach neue Blöcke in Betrieb genommen werden. Die Regierung entschied letztendlich im Oktober über den Bruch der Kohleabbau – Limits in der Großgrube Bilina, sie versprach aber die Annäherung des Kohleabbaus auf maximal 500 Meter von den Wohngebieten. Gleichzeitig einigten sich aber die Minister daran, dass die Limits in der Lokalität CSA, wo hinter den Limits fünfmal mehr Kohle als in Bilina vorhanden ist, erhalten bleiben.

Von Monika Wittingerová <monika.wittingerova@centrum.cz>

Weniger zeigen


 

 

Dukovany_02_2015


Tschechische Republik – Situation zum 15.Juli 2015

Monika Wittingerová

Weiterlesen...

Im Dezember des vorigen Jahres genehmigte die Regierung die Aktualisierung des Staatsenergiekonzepts, das leider das veraltete Modell der Energiepolitik aufrechterhält, das sich vor allem auf der Kern,-und Kohleenergienutzung stützt (das heißt Erhaltung von großen zentralisierten Quellen) und Unterschätzung des Potenzials der Energieeinsparnisse und der erneuerbaren Energieträger. Folgend wurde durch die Regierung der Nationale Aktionsplan für den Ausbau der Kernkraft genehmigt, der mit der Vorbereitung von vier neuen Reaktoren rechnet (zwei in Temelin und zwei in Dukovany). Die Entscheidung über die Finanzierung dieser Atompläne wurde jedoch erst auf das Jahr 2025 verschoben. (Die Atompläne müssten die Stromverbraucher oder die Steuerzahler bezahlen). Bis dahin wird man in die Vorbereitung der Atomprojekte bis zu 32 Milliarden Kronen investieren. 

Positiv ist, dass aus dem Nationalen Aktionsplan für den Ausbau der Kernkraft das Vorhaben des Betriebs auf die Produktion des Kernbrennstoffs in der Tschechischen Republik ausgeschlossen wurde, das ökonomisch unsinnig war, geopolitische Risiken darstellte und mit seinem Betrieb die Bewohner der betroffenen Gemeinde oder Stadt belasten würde.

Die gültige Staatsrohstoffpolitik verlangt, den Uranabbau in der Tschechischen Republik zu beenden und die Sanierung der langfristigen Folgen nach seinem Abbau sicher zu stellen. Auf der anderen Seite entschied jedoch die Regierung im Dezember 2014 über die Vorbereitung einer neuen Urangrube bei der Gemeinde Brzkov im Kreis Vysocina. Diesem Vorhaben stimmen aber die Menschen vor Ort nicht zu. Die Regierungsentscheidung, den Genehmigungsprozess zu „starten“, der den Zugang des Staates zur Exploitation der Uranlagerstätte Brzkov – Horni Veznice ermöglicht, steht dabei im starken Widerstand mit diesem Regierungskonzept.

Der Umweltminister Brabec lehnte die Berufung der Gemeinde und Verbände inkl.den Lokalitäten ab, wo der Bau des Atommüll- Endlagers geplant wird. Er drückte damit eine Verachtung des Willens des Bürger aus, die sich das Atommüll-Endlager auf ihrem Gebiet nicht wünschen. Die Genehmigung des Gesetzes, das die Position der Gemeinden als gleichwertigen Teilnehmer am Verfahren verstärken würde, wurde bis jetzt durch den Staat boykottiert. Geologische Untersuchungen werden noch minimal ein Jahr lang nicht anfangen, da die Verwaltung der Lagerstätten für radioaktive Abfälle (SURAO) bis jetzt keine Firma ausgewählt hat, die die Untersuchungen machen würde. In zwei bis drei Jahren muss SURAO schrittweise die Zahl der Endlager-Lokalitäten reduzieren, am Ende nur auf eine einzige.

Obwohl die Kernkraft durch die Atomlobby ständig als ein Bereich präsentiert wird, der eine Massenunterstützung der Öffentlichkeit hat, ist es nicht ganz der Fall. Die Meinungsumfrage vom Mai 2015 zeigte nämlich klar, dass für die Pläne der tschechischen Regierung auf die Vorbereitung neuer Reaktoren in Dukovany und Temelin die Unterstützung der Öffentlichkeit fehlt. Einen größeren Anteil der Kernkraft im land würden sich nur 22% der Leute wünschen, wobei nur 6% von ihnen davon überzeugt sind. Im Vergleich mit Mai des vorigen Jahr sank bedeutend die Unterstützung der Atomvisionen der Regierung in der Öffentlichkeit um 7%, im Vergleich mit dem Jahr 2012 sogar um 12%.

Weniger zeigen